16.12.2017, 13:42 Uhr

Millionenprojekt So könnte das neue Landshuter Stadttheater aussehen


Mit einer Sanierung des Bernlochner-Komplexes allein wird es nicht getan sein. Das wurde in der Stadtratssitzung am Freitag deutlich, als es um die Zukunft des Stadttheaters ging. Dort wurden erste Konzeptstudien vorgestellt, wie die Theater-Zukunft auf dem Areal aussehen könnte und mit welchen Kosten zu rechnen ist.

LANDSHUT Vorgestellt wurden in der Sitzung verschiedene Varianten. Deutlich wurde dabei, dass es ohne einen Aus- bzw. Anbau nicht gehen wird. Der Grund: Saniert man nur das historische Gebäude, dann werden viele Sitzplätze wegfallen.

Dass sich das erst jetzt herauskristallisiert, hat einen Grund: Die sogenannte „Kottke-Studie“ war davon ausgegangen, dass man den bisherigen Bestand an Sitzplätzen durch eine Ausweitung des Theaterraums nach oben erhöhen könnte. Statt wie bisher 361 Plätze würde ein saniertes Theater dann laut der Studie über 400 Plätze fassen. Es gibt nur einen Schönheitsfehler: Man ging in der Studie von einer gleichbleibenden Sitzplatzqualität aus. Das ist allerdings nicht zu empfehlen.

Derzeit haben Besucher eine Beinfreiheit, wie sie Billigfluglinien ihren Passagieren in der Holzklasse zumuten. Berücksichtigt man annehmbare Platzverhältnisse, dann schrumpft die Sitzplatzzahl in einem sanierten Bernlochner ohne bauliche Erweiterung aber massiv. In einer Variante würden dann nur noch 275 Zuschauer Platz finden. Viel zu wenig für eine Stadt in der Größe von Landshut.

Zwar könnte man das Dach des Bernlochner anheben und weitere Sitzreihen einfügen. Doch das würde annähernd so teuer werden wie ein zusätzlicher Anbau. Eine Sitzplatzzahl von rund 400, so wie es angestrebt wird, ist aber auch damit nicht zu erreichen.

Als dann die Variante eines zusätzlichen Gebäudes, in dem die neue Bühne und die 400 Zuschauer untergebracht werden sollen, gezeigt wurde, ging ein Raunen durch die Reihen der Stadträte. Es handelt sich nicht nur um einen massiven städtebaulichen Eingriff neben der Wittstraße (siehe Foto), der eine architektonische Herausforderung bedeutet, sondern auch die Kosten erreichen astronomische Höhen.

Statt der eingeplanten 25 Millionen Sanierungskosten würden mindestens 37,7 Millionen Euro fällig. Immerhin: Das Projekt würde vom Freistaat Bayern massiv gefördert. 75 Prozent würde der Freistaat übernehmen. Trotzdem waren nicht wenige Stadträte angesichts dieser gewaltigen Summe schockiert. Sogar die Grünen, die dem Stadttheater wohlgesonnen sind, wurde es unbehaglich zumute. Aufgrund ihrer Initiative soll jetzt geprüft werden, inwieweit eine komplette Entkernung des Stadttheaters eine Vergrößerung der Zuschauerkapazität ermöglicht.

Richtig ist aber auch: Für die Sanierung des Eisstadions nahm man bereitwillig eine viel höhere Summe in die Hand. Die Stadion-Sanierung wird nämlich nicht gefördert und kostet über 20 Millionen Euro. Fest steht: Für Bauprojekte in der nahen Zukunft wird die Stadt viele Millionen Euro locker machen müssen.


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