30.01.2020, 13:09 Uhr

Drängen auf Partnerschaftsabkommen Der Brexit kommt – was bedeutet das für die regionale Wirtschaft in Ostbayern?

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Mit Ablauf des 31. Januars (Freitag, 24 Uhr MEZ) tritt das Vereinigte Königreich (Großbritannien und Nordirland) aus der Europäischen Union aus. Dann beginnt eine Übergangsphase, während der die zukünftigen Beziehungen zwischen der EU und UK verhandelt werden. „Wann diese Übergangsphase endet, und ob sie in ein für die Wirtschaft förderliches Partnerschaftsabkommen mündet, bleibt offen“, sagt der Hauptgeschäftsführer der IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim Dr. Jürgen Helmes.

REGENSBURG Bis zum Ablauf der Übergangsfrist – bis Ende 2020 – bleibt beim Außenhandel heimischer Unternehmen mit UK weitestgehend alles beim Alten. Eine einmalige Verlängerung der Übergangsfrist bis Ende 2022 wäre laut Austrittsabkommen möglich. Sollten sich die Vertragspartner in der Übergangsphase nicht auf ein umfangreiches Abkommen einigen können, dann wäre UK aus Sicht der EU ein Drittland, zu dem keinerlei Freihandelsabkommen bestehen. Aus Sicht der Wirtschaft muss dieser Worst Case mitgedacht werden, heißt es von der IHK.

Unabhängig davon, wie lange die Übergangsphase nun dauert, appelliert die regionale Wirtschaft an die Vernunft der Politik: „Die Unternehmen brauchen Planungssicherheit. Die EU und das Vereinigte Königreich sollten sach- und ergebnisorientiert das Ziel eines umfassenden Partnerschaftsabkommens verfolgen“, sagt Helmes. Dabei gelte es insbesondere, die Interessen der mittelständischen Unternehmen, die in UK aktiv sind, zu wahren. „Die Verhandlungen um das neue Partnerschaftsabkommen sollten transparent vonstattengehen, damit die über 280 Unternehmen aus unserer Region mit UK-Fokus sich frühzeitig vorbereiten können“, so Helmes.

IHK berät zum Brexit

Trotz Austritts aus der EU bleibt das Vereinigte Königreich ein wichtiger Handelspartner für die bayerische Wirtschaft. Doch der Brexit zeigt erste Folgen. Schon jetzt gibt es einen Rückgang der bayerischen Handelsbeziehungen mit UK von Platz 5 (2015) auf Platz 8 (2020). Was die Entwicklung um den Brexit in der Praxis nun für die Unternehmen bedeutet, darüber informiert die IHK gemeinsam mit dem Hauptzollamt Regensburg bei einer Zoll-Infoveranstaltung am Freitag, 14. Februar, 10h. Anmeldung unter www.ihk-regensburg.de/veranstaltungen. Ihre Mitgliedsunternehmen berät die IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim telefonisch zu allen Fragen um den Brexit unter der Telefonnummer 0941/ 5694-314.


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