31.10.2019, 14:08 Uhr

Kreistagsvorsitzender führt Liste an Die FW Kelheim sehen sich auch ohne Landratskandidat für die Kreistagswahlen hervorragend aufgestellt

(Foto: Harry Hillebrand)(Foto: Harry Hillebrand)

Kreisvereinigung und Kreisverband der Freien Wähler im Landkreis Kelheim (FW) trafen sich in Kelheim, um ihre Liste für die Kreistagswahl zu den Kommunalwahlen am 15. März 2020 aufzustellen. Kreisvorsitzender und erster Bürgermeister von Saal, Christian Nerb, durfte eine sehr gut besuchte Versammlung eröffnen und als Versammlungsleiter die Nominierung der Kreistagskandidaten vornehmen. Dr. Hubert Faltermeier sprach ein Grußwort an die Versammlungsteilnehmer und ging auf die aktuelle Arbeit im Landtag aber auch kreispolitische Themen ein.

KELHEIM Der Kreisvorsitzende ging in seinem Bericht auf die Arbeit des FW Kreisverbandes ein und stellte fest, dass man seit dem Frühjahr nach einem geeigneten Landratskandidaten gesucht habe. Es wurden auch mehrere Personen gefunden, welche jedoch aus familiären beziehungsweise beruflichen Gründen keine Kandidatur anstrebten. Eine Verlegenheitslösung, dass man unbedingt einen Landratskandidaten benötige, lehnte die Vorstandschaft ab.

Bevor man zur Wahl der Kreistagskandidaten ging, trug Nerb die Hauptthemen der FW vor, mit welche man in den Wahlkampf auf Kreisebene gehen wird. Die FW sprechen sich weiterhin für den Erhalt der beiden Kreiskrankenhäuser in Mainburg und Kelheim aus. Allein aus Gründen einer gesicherten Nachversorgung können man von diesem Ziel nicht abrücken, so Nerb. Jörg Nowy, als Fraktionssprecher der Kreistagsfraktion und auf Listenplatz 2, führte aus, dass der Schnellschuss des Landrats mit einem millionenschweren Anbau an das neue Landratsamt mit den Freien Wählern in den nächsten Jahren nicht zu machen sei. Es stehen einige andere notwendige Investitionen des Landkreises wie zum Beispiel die Sanierung und der Anbau der Berufsschule in Kelheim an. Genau werde man die Pläne für den Bereich Donaudurchbruch beobachten. Wenn hier ein Naturmonument als Ersatz für einen dritten Nationalpark kommen solle, werden die Freien Wähler darauf achten und weitere Einschränkungen für die Waldbewirtschaftung oder die Nutzung für die Naherholung nicht hinnehmen und zu verhindern wissen. Dr. Faltermeier ging in seinen Ausführungen ebenfalls darauf ein und sagte: „Wir wollen keinen Nationalpark durch die Hintertür der zu schweren Einschränkungen für die Land- und Forstwirtschaft, aber auch für Fischerei und Tourismus führen würde“. Die FW werden weiterhin an einer Verbesserung des ÖPNV arbeiten, den Bereich Tourismus im Landkreis im Auge behalten und sich dafür einsetzen, dass Baugenehmigungen im Rahmen des Baugesetzbuches erleichtert werden und nicht, wie zurzeit, es immer schwieriger wird Baugenehmigungen in Bereichen zu erhalten, wo es früher kein Problem war. Nerb stellte fest, dass das Thema mit nicht genehmigten Bauanträgen zum Teil ein großes Ärgernis für die Antragsteller aber auch für alle Bürgermeisterkollegen sei. Positiv stellte Fraktionssprecher Nowy fest, dass der Landkreis finanziell gut aufgestellt sei und das Spielraum für Investitionen in den nächsten Jahren zulasse.

Nerb ging dann auf die Erstellung und Wahl der Kandidatenliste für den Kreistag ein. Grundsätzlich stellte er fest, dass es in besonderem Maße für diese Wahl gelungen sei, über den gesamten Landkreis verteilt eine hervorragende Liste mit Kandidatinnen und Kandidaten aufzustellen. Neben sechs Bürgermeistern, zwei stellvertretenden Bürgermeistern, acht amtierenden Kreisräten und fünf Bürgermeisterkandidaten seien viele Personen auf der Liste, welche im Beruf ihre Qualifikation nachweisen würden und ehrenamtlich tätig seien. „Wir bieten dem Wähler quer durch alle Berufsgruppen Kandidaten an, die mitten im Leben stehen, Berufs- und Lebenserfahrung mitbringen und bereit sind, unseren Landkreis weiterhin nach vorne zu bringen,“ so Nerb. Besonders erfreut zeigte sich Nerb darüber, dass der Frauenanteil auf der Liste der FW stark angestiegen sei. Immerhin hatten sich elf Frauen, darunter die einzige Bürgermeisterin im Landkreis Kelheim, Marion Schwenzl, bereit erklärt zu kandidieren. Abschließend stellte er fest, dass er stolz auf diese Mannschaft sei und sich die FW damit auf jeden Fall sehen lassen können.

Nachdem die notwendigen Wahlmodalitäten erfüllt waren, stellten sich alle Kandidaten den Versammlungsteilnehmern vor. Anschließend wurde in geheimer Wahl über die Liste mit 60 Kandidaten und zwei Nachrückern abgestimmt. Sehr erfreut war der Kreisvorsitzende über das Ergebnis: Von 45 abgegebenen Stimmen waren 45 gültig. Alle 45 hatten über die vorbereitete Liste mit ja abgestimmt. Auf zwei Listen wurde lediglich jeweils ein Name aus der Liste gestrichen. Nerb stellte fest, dass ein Wahlergebnis von annähernd 100 Prozent Zustimmung für die Kandidaten und die gute Vorbereitung spreche. Insbesondere bedankte er sich bei allen Kandidaten und Wählern für die harmonische und geschlossene Versammlung, bevor er die Aufstellungsversammlung schließen durfte.


0 Kommentare