01.08.2018, 11:14 Uhr

Großes Engagement Behindertenbeauftragte des Bezirks Niederbayern Hannelore Langwieser zieht Bilanz

(Foto: Archiv Bezirk Niederbayern)(Foto: Archiv Bezirk Niederbayern)

Der Bezirkstag von Niederbayern bestellt zur Verwirklichung der Gleichstellung von Menschen mit Behinderung eigene Beauftragte. Laut Satzung obliegt ihnen die Wahrnehmung und Förderung der besonderen Belange dieser Menschen im Rahmen der Zuständigkeiten des Bezirks. Die Behindertenbeauftragten beraten den Bezirk beim Vollzug des Bayerischen Behindertengleichstellungsgesetzes, artikulieren die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung und bringen behinderungspolitische Anliegen in die Arbeit des Bezirks ein.

LANDSHUT/NIEDERBAYERN Seit 2013 hat die Bezirksrätin Hannelore Langwieser diese Position inne. Bei der jüngsten Sitzung des Bezirkstages am Dienstag, 31. Juli, in Landshut zog sie Bilanz von April 2017 bis Mai 2018. Dabei unterstrich sie, dass die Arbeit mit und für Menschen mit Behinderung eine Kernaufgabe der bayerischen Bezirke darstellt. Der Bezirkstag sei das Gremium, das sich für die Schwächsten einsetzt und sie zu einem wichtigen Bestandteil unserer Gesellschaft macht. Die Arbeit für und mit Behinderten sei allerdings kein Politikbereich der schnellen Schlagzeile und der medienwirksamen Schaufensteranträge. Sie finde eher hinter den Kulissen statt und bedeute viel Engagement im persönlichen Gespräch und einen intensiven Kontakt mit den Betroffenen, ihren Angehörigen und den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen in den vielfältigen Einrichtungen in Niederbayern. Laut Langwieser sind die Halbjahrestreffen der niederbayerischen Behindertenbeauftragten ein zentraler Termin, da eine Vernetzung und der Erfahrungsaustausch untereinander gerade bei diesem Thema sehr wichtig sind. Bei einem Besuch im Bezirkskrankenhaus Landshut im vergangenen Jahr lag der Fokus auf der Versorgung von psychisch kranken Kindern und Jugendlichen in Niederbayern. Dabei habe sie sehr beunruhigt, dass die Kinder und Jugendlichen, die zu Gewalt und Aggressivität neigen, offensichtlich immer jünger werden, sagte die Behindertenbeauftragte. Daraus resultiere eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe: dieser Entwicklung gegenzusteuern und auch den Eltern, die dem schwierigen Verhalten ihrer Kinder oft hilflos zuschauen müssen, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Besonders beeindruckt hat Langwieser im April ein Besuch in der Forellenklause bei Tiefenbach im Landkreis Passau. Bei dieser Einrichtung der Lebenshilfe handelt es sich um eine ganz besondere Institution. Sie bietet eine Kurzzeitpflege, Tagespflege oder auch Ferien für bis zu 25 Kinder und Jugendliche mit Behinderung an. „Wenn ein junger Mensch mit Behinderung ein selbstbestimmtes Leben führen kann und voller Stolz die neuen Räume zeigt, die jetzt seine Heimat sind, geht mir immer wieder das Herz auf“, sagte die Behindertenbeauftragte. Folglich gehörten Grundsteinlegungen und Einweihungen von Wohnheimen für junge Menschen mit Behinderung zu den schönsten Terminen im Rahmen ihrer Tätigkeit. Erst vor wenigen Wochen wurde in Riedenburg (Landkreis Kelheim) der Grundstein für ein Wohnhaus mit 24 Plätzen gelegt. Ansprechpartner für Menschen mit Behinderung zu sein und immer wieder ganz konkret helfen zu können, bedeute ihr sehr viel, sagte Langwieser.

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich dankte Langwieser und ihrem Stellvertreter Markus Scheuermann für ihr großes Engagement . Er unterstrich die Bedeutung der Behindertenbeauftragten auf dem langen Weg hin zu einer inklusiven Gesellschaft. Inklusion statt Ausgrenzung sei immer auch eine Frage der Haltung und des Bewusstseins. Es gehe darum, ein gesellschaftliches Klima zu erschaffen, das Vielfalt und die Teilhabe von Menschen mit Behinderung als eine Chance sieht.


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