02.01.2020, 16:02 Uhr

Abschied nach 30 Jahren Ein letztes Böllern bei Landrat Heinrich Trapp


Wehmut machte sich breit, als die Georgi-Böllerschützen aus Georgenschwimmbach nach fast drei Jahrzehnten zum letzten Mal Landrat Heinrich Trapp den Ehrensalut zum Jahreswechsel darbrachten. Seit Generationen ist es Tradition in Bayern, dass privilegierte Schützen ihrem Landesherren bzw. dessen örtlichen Stellvertretern diese Ehrenbezeugung erweisen.

DINGOLFING Auch diesmal wurden die Schützen von der gesamten Familie des Landrats und zahlreichen Zuschauern erwartet. Vorstand Christian Hubauer überreichte Gastgeberin Marianne Trapp einen Blumenstrauß und bedankte sich für die große Gastfreundschaft, die sie immer im Hause des Landkreischefs erfahren. Als besondere Überraschung packte der Vorstand einen Schützenhut als Geschenk für den Landrat aus, nachdem er die Jahre vorher immer eine solche Kopfbedeckung fürs Schießen leihweise bekommen hatte. „Da habt ihr euch aber ganz schön in Unkosten gestürzt“, bemerkte der Landrat, nach dem er die Qualität und den Hersteller geprüft hatte. Zwölf Schützten nahmen dann vor dem Wohnhaus des Landrats im Espertweg Aufstellung und schossen auf das Kommando von Schussmeister Alfred Wimmer vier Klangbilder, die weit übers Dorf zu hören waren und deren Echo doppelt aus den Hügeln und Wäldern der Umgebung widerhallte.

Anschließend zogen sich die Gäste in die „gute Stube“ zurück und wurden von der Hausfrau Marianne, den Kindern Christine und Michael und Schwiegertochter Silvia mit der traditionellen Neujahrssuppe, einer deftigen Brotzeit, einer Runde Obstler, sowie Kaffee und Kuchen bestens bewirtet. Bei einer Torte, fehlte allerdings ein Stück, das die 7-jährige Enkelin Anna stibitzt hatte. Sie wollte sicherstellen, dass von ihrer Lieblingstorte Himbeerquarksahne, etwas für sie übrig bleibt.

Viel Gesprächsstoff gab es, als man auf die lange Zeit der Neujahrsbesuche zurückblickte. Der legendäre Vorstand „Hausl“ Huber hatte die ersten Saluts arrangiert unter Wetterbedingungen, die von klirrender Kälte bis hin zu österlichen. Die Wetterbedingungen reichten in den drei Jahrzehnten von klirrender Kälte bis frühlingshaft, das Umfeld von Schneelandschaften bis hin zu grüner frühlingshafter Umgebung. Ein besonderes Highlight war ein filmischer Rückblick, den Sohn Michael und Enkel Johannes zusammengestellt hatten und auf dem alle deutlich jünger ausschauten. „Mir sama so gern zu eich kemma, des glaubst net. Wie zu einem Familientreffen“ resümierte Karl „Charly“ Wimmer, der 27 mal zu Gast war. Und so waren allen ein bisschen wehmütig zu Mute, als man sich dann beim Abschied umarmte und sich für die vielen schönen Stunden, die man miteinander verbracht hatte, bedankte. Schussmeister Alfred Wimmer hatte das bei seinem Eintrag ins Familiengästebuch eindrucksvoll zum Ausdruck gebracht.


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