05.06.2018, 18:42 Uhr

Unterschrift vom Landrat gefälscht Betrüger stiehlt dem Landkreis Dingolfing-Landau knapp 10.000 Euro

Ein bislang Unbekannter hat dem Landkreis Dingolfing-Landau knapp 10.000 Euro gestohlen - mit einer ziemlich dreisten Masche ...

DINGOLFING-LANDAU Ein bislang Unbekannter hat dem Landkreis Dingolfing-Landau knapp 10.000 Euro gestohlen. Der Dieb hatte einen Überweisungsträger zu Lasten eines Landkreiskontos ausgestellt und sogar die Unterschrift von Landrat Heinrich Trapp gefälscht. Das Geld wurde am Freitagnachmittag von einer Bank im Landkreis auf ein niederländisches Konto überwiesen.  

„Ich bin überrascht und sehr verwundert, dass so etwas möglich ist und es keine Sicherheitsvorkehrungen gibt“, sagt Landrat Heinrich Trapp. „Meine Unterschrift ist leicht zugänglich, steht unter vielen Schreiben, Verordnungen und Grußworten.“  

Am Montagmorgen (4. Juni) hatte eine Mitarbeiterin des Landratsamtes, die die Kasse regelmäßig prüft, die Kontobewegung bemerkt. „Wir haben dann sofort mit der Bank Verbindung aufgenommen und bei der Polizei Anzeige erstattet“, erklärt geschäftsleitender Beamter Johann Kerscher. Er hoffe nun, dass die Polizei den Täter ermitteln und die Bank das Geld zurückholen kann.  

Bei der Sparkasse, bei der der Landkreis ebenfalls ein Konto hat, tauchte ein weiterer gefälschter Überweisungsträger auf. Die Sparkassen-Mitarbeiter wurden allerdings misstrauisch und führten die Überweisung nicht aus. „Laut einer Dienstanweisung bei der Sparkasse müssen die Mitarbeiter alle Überweisungen ins Ausland und ab einer bestimmten Höhe speziell überprüfen“, sagt Heinrich Trapp, Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse Niederbayern-Mitte.  

Wie Johann Kerscher mitteilt, werden im Landratsamt in der Regel keine Überweisungen per Hand ausgefüllt. „Das geht bei uns seit Jahren elektronisch“, erklärt der geschäftsleitende Beamte.   Landrat Trapp und Geschäftsleiter Kerscher appellieren in diesem Zusammenhang an die Bürger, regelmäßig ihre Konten zu überprüfen. „Was dem Landkreis passiert ist, kann jedem passieren. Die Unterschrift ist schnell nachgemacht, das Geld schnell im Ausland. Es ist leider so, dass die Leute heutzutage nicht mehr vorsichtig genug sein können“, so Johann Kerscher. Je früher man den Betrug bemerke, desto größer sei die Chance, das Geld zurück zu bekommen.

 

Immerhin ist dem Landkreis und seinen Bürgern kein finanzieller Schaden entstanden: Man hat bereits mit der Versicherung der Bank gesprochen und eine Zusage erhalten, dass das Geld erstattet wird für den Fall, dass die Bank es nicht mehr zurückholen kann.


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