16.07.2020, 13:55 Uhr

Mehr Kapazitäten Bahnausbau in Plattling

 Foto: Hannes Lehner Foto: Hannes Lehner

Schienenverkehr in Ostbayern soll gestärkt werden.

Plattling. Mit einem Maßnahmenpaket wollen Bund und Bahn den Schienenverkehr in Ostbayern weiter verbessern. Ziel ist es, mehr Kapazität zwischen Dingolfing und Plattling zu schaffen und die Strecke sowohl für Pendler als auch für den Güterverkehr deutlich zu entlasten. Dies gelingt durch den Neubau einer Verbindungskurve, neue Überholgleise sowie eine moderne Stellwerkstechnik.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer: „Die zugesagten Verbesserungen in Niederbayern kommen! Die Bahn startet mit der Planung für den Ausbau der Strecke Landshut-Plattling. Das Ziel ist am Ende der durchgängige zweigleisige Ausbau. Jetzt beginnt die Bahn mit wichtigen Teilabschnitten zur Entlastung und damit zur Kapazitätssteigerung.“

DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla: „Mit diesem gezielten Maßnahmenpaket schaffen wir mehr Kapazität auf der Schiene in Ostbayern. Davon profitieren Reisende, Güterverkehrskunden und auch das Klima – ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zur Verkehrswende.“

Im ersten Schritt sorgt der Bau einer Verbindungskurve auf der Relation Dingolfing – Regensburg für einen besseren Güterverkehr: Der bisherige zeitintensive Richtungswechsel auf dem Weg nach Norden sowohl über Landshut als auch über Plattling entfällt künftig. Für die Güterzüge verkürzt sich die Fahrzeit. Weiterer positiver Effekt ist, dass die Strecken Dingolfing-Landshut und Landshut-Regensburg entlastet werden. Denn ein großer Teil der Transportleistung von und nach Dingolfing (unter anderem BMW-Werk und das neue Logistikwerk in Wallersdorf) muss zukünftig nicht mehr über Landshut fahren, sondern kann über Plattling verkehren.

In weiteren Stufen wollen Bund und Bahn auch die Fahrzeit für die Regionalzüge verkürzen und perspektivisch eine vollständige Zweigleisigkeit erreichen.

Neue Gleise zum Überholen und Begegnen von Zügen

Darüber hinaus schafft die DB auf der eingleisigen Strecke zwischen Landshut und Plattling mehr Kapazität durch den Aus- und Neubau von drei sogenannten Kreuzungsstellen in den Bahnhöfen Schwaigen und Otzing, sowie zwischen Otzing und Wallersdorf. An diesen Stellen können sich zwei Züge begegnen. Die DB verkürzt die eingleisigen Bereiche und reduziert die Zeitspanne zwischen dem nächsten Begegnungspunkt. Im Ergebnis können mehr Züge fahren, der Donau-Isar-Express bekommt mehr Spielraum.

Zudem sorgt die DB für eine größere Flexibilität im Zugverkehr und damit auch eine höhere Zuverlässigkeit durch die Ausrüstung der Strecke mit moderner Stellwerkstechnik (ESTW).

Die erste Phase der Planungen will die Bahn 2022 abschließen. Im Jahr darauf wird sich dann der Bundestag damit befassen und über die Ergebnisse beraten. Danach folgen Detailplanungen der Bahn und weitere Genehmigungsschritte.

Die Maßnahmen resultieren aus dem derzeitigen Planungsauftrag des Bundesverkehrsministeriums. Der Bund hatte den Ausbau in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen.

Das Maßnahmenpaket im Überblick

• Neubau einer Verbindungskurve auf der Relation Dingolfing – Regensburg

• Ausbau der Schieneninfrastruktur im Bahnhof Schwaigen

• Neubau Kreuzungsbahnhof zwischen Wallersdorf – Otzing

• Neubau Kreuzungsbahnhof Otzing

• Neubau elektronisches Stellwerk Schwaigen – Wallersdorf


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