02.05.2019, 10:07 Uhr

Arbeitsmarktbericht Arbeitslosenbestand praktisch unverändert

(Foto: Bundesagentur für Arbeit)(Foto: Bundesagentur für Arbeit)

5.341 Männer und Frauen im März arbeitslos gemeldet – Bestand entspricht Vorjahresergebnis – Frühlingswetter fördert Wiedereinstellung der Außenberufe.

REGEN Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Deggendorf hat sich im April um 1.390 auf 5.341 verringert. „Der Rückgang liegt im saisonüblichen Rahmen“, erläutert Peter Weindl, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Deggendorf. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Arbeitslosenbestand praktisch nicht verändert (plus 1).

Die Arbeitslosenquote betrug im April 2,7 Prozent; vor einem Jahr hatte sie sich auf 2,8 Prozent belaufen. Im Landkreis Regen (minus 0,3 auf 2,7 Prozent) und im Landkreis Deggendorf (minus 0,2 auf 2,4 Prozent) verbesserte sich die Arbeitslosenquote zum Vorjahr. Leicht angestiegen ist sie in der Stadt Straubing (plus 0,3 auf 4,4 Prozent) sowie im Landkreis Straubing-Bogen (plus 0,2 auf 2,3 Prozent). „Im April meldeten sich 1.959 Personen neu oder erneut arbeitslos, etwa so viele wie vor einem Jahr. Davon waren 778 zuvor erwerbstätig, was ebenso dem Anteil des Vorjahres entspricht. Etwas an Schwung verloren haben jedoch die Abgänge aus der Arbeitslosigkeit und darunter die Zahl der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit. Hier registrierten wir im April 1.880 Abmeldungen in Arbeit, 246 weniger als vor einem Jahr, dennoch bleiben wir optimistisch“, beurteilt Peter Weindl die aktuelle Bewegung auf dem regionalen Arbeitsmarkt.

Der Anteil der Langzeitarbeitslosen hat sich zum Vorjahr um 39 auf 1.004 Personen verringert. Weiter rückläufig ist auch der Bestand der Arbeitslosen, die im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung) bei den Jobcentern gemeldet sind. Dieser Bestand (2.204) ist gegenüber dem Vorjahr um 295 oder nahezu zwölf Prozent weniger geworden. Besonders positiv dabei ist für Geschäftsführer Operativ, Matthias Wendt, der Rückgang beim Anteil der arbeitslosen Frauen um 137 oder 12 Prozent, dies vor allem in den Landkreisen Deggendorf und Regen. Insgesamt zum Vorjahr ungünstiger verläuft die Entwicklung in der Stadt Straubing und im Landkreis Straubing-Bogen. Insbesondere die Personengruppen der Männer, der Jüngeren im Alter von 15 bis unter 25 Jahren und der Ausländer zeigt einen Anstieg der Arbeitslosigkeit. „Ein alleiniger ursächlicher Schwerpunkt ist dafür im Moment in dieser Region nicht auszumachen, wenngleich sich eine gewisse personalpolitische Zurückhaltung im Bereich der Fertigungsbetriebe vermuten lässt“, berichtet Matthias Wendt. Die Nachfrage an Fachkräften ist im Agenturbezirk weiterhin groß.

Der Bestand der gemeldeten offenen Stellen steigt im April um 103 auf aktuell 3.877 Angebote. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist dies ein Zuwachs um 492 (plus 15 Prozent). Allein im Berichtszeitraum April meldeten die Arbeitgeber 1.032 neue Arbeitsstellen, das waren 167 mehr als vor einem Jahr. „Das Stellenangebot richtet sich zum weitaus größten Teil an Fachkräfte“, berichtet Peter Weindl. Er verweist auf die Auswertung im Jahresdurchschnitt 2018. Demnach waren im Agenturbezirk Deggendorf 3.513 Stellen gemeldet. Davon richteten sich lediglich 654 an Helferkräfte, ein Anteil von 18,6 Prozent. Dagegen betrug die Arbeitslosenquote bei Menschen ohne Berufsabschluss im Agenturbezirk Deggendorf 10,5 Prozent, während diese bei arbeitslosen Personen mit anerkanntem Berufsabschluss bei 2,0 Prozent lag. „Um auch in Zukunft auf eine nachhaltige Beschäftigung setzen zu können, ist berufliche Aus- und Weiterbildung beziehungsweise Qualifizierung zwingender denn je. Für Arbeitgeber wird die Investition in die Qualifizierung der Belegschaft ein entscheidender Beitrag zur Wettbewerbssicherung. Das Risiko für Arbeitnehmer ohne Berufsabschluss arbeitslos zu werden, wird umso deutlicher und daher setzen wir weiter intensiv auf die Beratung und Förderung im Rahmen der beruflichen Bildung. Im Jahr 2017 haben 1.216 Menschen eine berufliche Weiterbildung der Arbeitsagentur Deggendorf beendet. Danach waren 56 Prozent der Teilnehmer sechs Monate später in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung“, appelliert Peter Weindl an Unternehmen und Arbeitsuchende das Beratungsangebot der Arbeitsagentur und der Jobcenter jetzt in Anspruch zu nehmen und auf berufliche Bildung zu setzen.

Ausbildungsmarkt:

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober letzten Jahres meldeten sich im Bezirk der Agentur für Arbeit Deggendorf 1.740 Bewerber für Berufsausbildungsstellen. Das waren 85 (plus 5,1 Prozent) mehr als im Vorjahreszeitraum. Zugleich gab es 3.189 Angebote für Berufsausbildungsstellen, das entspricht einem Plus von 219 Stellen (plus 7,4 Prozent). Im April sind im Agenturbezirk Deggendorf noch 1.607 Ausbildungsstellen unbesetzt gemeldet (99 bzw.6,6 Prozent mehr als zum Zeitpunkt vor einem Jahr). 518 Jugendliche (13 bzw. 2,6 Prozent mehr als im April 2018) haben aktuell noch keine Zusage bzw. haben sich bisher noch nicht entschieden. „Das Angebot an Berufsausbildungsstellen ist in vielen Berufssparten noch groß und den Jugendlichen stehen interessante Berufswege offen. Wer flexibel die Berufswahl angeht, erhöht die Chancen. Flexibilität ist ebenso bei den Ausbildungsbetrieben zielführend, die auch in diesem Jahr mit größeren Problemen bei der Nachwuchsgewinnung rechnen müssen. Wir raten Praktika anzubieten, leistungsschwächeren Jugendlichen eine Chance zu geben und unterstützen bedarfsgerecht Jugendliche und Betriebe mit spezieller Förderung vor und während der Ausbildung, beispielsweise durch die Einstiegsqualifizierung, ausbildungsbegleitende Hilfen oder Assistierte Ausbildung“, berichtet Josef Flingelli, Bereichsleiter der Arbeitsagentur in Deggendorf.


0 Kommentare