15.03.2018, 15:59 Uhr

Bauarbeiten Parkdeck soll das Park-Chaos beim Landratsamt in den Griff kriegen


Doch nicht alle Anwohner sind über die Baumaßnahme erfreut.

DEGGENDORF Wer kennt das nicht? Auto anmelden beim Landratsamt Deggendorf. Doch zuvor muss man seinen Fahrstil unter Beweis stellen, wenn man sich durch die auf beiden Seiten der Straße parkenden Autos durchschlängelt. „Die Parksituation ist suboptimal“, räumt auch Landratsamts-Sprecher Oliver Menacher ein. Deshalb wird nun ein Pardeck errichtet. Schon die Vorbereitung der Baumaßnahmen stößt einem Anwohner jedoch sauer auf.

Die Idee, die teilweise chaotische Parksituation beim Landratsamt durch ein Parkdeck zu entschärfen, geistert schon seit Jahren durch die Köpfe der Verantwortlichen. Rund 114 Stellplätze bietet der Parkplatz des Landratsamtes derzeit. Zusammen mit dem kleinen Parkplatz direkt beim Amt, den Parkplätzen an der Straße und beim Veterinäramt stehen insgesamt 274 Stellflächen zur Verfügung. Viel zu wenig! Vor allem wenn auch noch eine Kreistagssitzung stattfindet, heißt es: Rien ne va plus!

In der Weihnachtssitzung machten die Kreisräte schließlich Nägel mit Köpfen. Ein zweistöckiges Parkdeck mit 214 Plätzen anstelle des jetzigen Parkplatzes soll Abhilfe schaffen. Bereits nach den Osterferien soll die Wiese beim Landratsamt als Ausweichparkplatz hergerichtet werden. Denn kurz danach beginnen die Bauarbeiten für das Parkdeck. Um ja nicht eventuell nistende Vögel zu stören, wurden die Vorarbeiten für die Baumaßnahme noch vor dem 1. März durchgeführt. Am Samstag, 24. Februar, rückte ein Arbeitstrupp an, um die rund 20 Bäume beim jetzigen Parkplatz zu fällen. Eine Maßnahme, die Anwohner Andreas Bublitz gar nicht gefallen hat.

„Im Stadtgebiet gibt es ohnehin nur wenige Bäume, welche das Stadtbild mit einer ,grünen Lunge‘ bereichern. Und nun sind auch noch circa 20 Bäume, in einer fast klammheimlichen Nacht und Nebel Aktion gefällt worden“, klagt er. Bublitz fragt sich, ob man wirklich gleich alle Bäume hat fällen müssen, oder ob man nicht ein paar davon hätte stehen lassen können.

„Zudem wurden am gleichen Tag der Baumfällung, an einem Samstag, von etwa 8 Uhr morgens bis 20 Uhr abends die abgeschnittenen Bäume noch komplett klein gehäckselt, mit einem riesigen Lärmpegel und einer gigantischen Staubentwicklung“, klagt der Anwohner.

Er versteht nicht, weshalb die Bäume nicht abtransportiert wurden, um sie an einem anderen Ort zu häckseln – „um den Mehrfamilienhaus-Bewohnern wenigstens den stundenlangen, infernalischen Häcksellärm und dadurch entstehenden Staub-Dreck zu ersparen“, so Bublitz.

Diese Bäume waren seiner Meinung nach ein sehr schöner, grüner Fleck an diesem Standort und bereicherten die Umgebung um den Parkplatz des Landratsamtes, nicht nur für die vielen Vögel und die Tierwelt, die sich darauf tummelten. Bublitz: „Nun haben wir wieder mal einen großen Teerbereich mehr in Deggendorf, grau in grau, ohne optische Aufhellung – hübsch hässlich, wie bereits so viele Bereiche in der Stadt.“

Auch den Sinn des neuen Pardecks bezweifelt der Anwohner. Denn bisher durften alle auf dem alten Parkplatz parken – kostenlos. Das neue Parkdeck ist jedoch nur für die Mitarbeiter des Landratsamtes – kostenpflichtig. „Ob es durch das neue Parkdeck dann zu einer Entlastung der bisherigen Parksituation um die Straßen zum Landratsamt kommt, möchte ich bezweifeln“, so Bublitz. Seine Prognose lautet deshalb, dass es entgegen der Aussage des Landratsamtes die Parksituation nicht verbessern, sondern wesentlich verschlechtern wird.

Im Landratsamt ist man jedoch vom neuen Parkdeck überzeugt. Im Vorfeld der Baumaßnahmen sei extra eine Infoveranstaltung für alle Eigentümer durchgeführt worden. Die korrekt bei der Stadt Deggendorf angemeldeten Baumfällungen seien nötig gewesen, um Platz für das Parkdeck zu schaffen. „Gehäckselt wurde nur bis 16.30 Uhr“, weiß Landratsamts-Sprecher Oliver Menacher. Danach sei nur noch bis etwa 18.45 Uhr gekehrt worden. Immerhin dürften die Anwohner auch bis 20 Uhr ihren Rasen mähen.

Es sei zwar richtig, dass das neue Parkdeck ausschließlich Amts-Mitarbeitern vorbehalten ist, erklärt Rudolf Hahn, Sachgebietsleiter Hoch- und Tiefbauverwaltung im Landratsamt Deggendorf. Doch die seien dann weg von der Straße, wodurch es für Besucher wesentlich mehr Platzplätze gibt.

Die verkehrsrechtlichen Regelungen müssten nun von der Stadt Deggendorf geschaffen werden. „Kurzzeitparkzonen wären wohl sinnvoll“, schätzt Hahn. Die sollten jedoch auf die Amtszeiten beschränkt bleiben. Das Landratsamt wolle deshalb demnächst Gespräche mit dem zuständigen Ordnungsamt der Stadt Deggendorf führen.


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