05.12.2017, 12:47 Uhr

Marktcheck Was kostet der Schlüsseldienst?

(Foto: Ursula Hildebrand)(Foto: Ursula Hildebrand)

Verbraucherzentralen ermitteln Preise, um Abzocke vorzubeugen.

BAYERN In einem bundesweiten Marktcheck haben die Verbraucherzentralen Preise für seriöse Schlüsseldienste erhoben. Denn unseriöse Dienste werben häufig mit günstigen Preisen ab neun Euro, verlangen vor Ort dann aber drei- bis vierstellige Beträge. Mit Hilfe des Marktchecks können sich Verbraucher nun ein besseres Bild davon machen, welche Kosten in ihrem Bundesland angemessen sind.

Die repräsentative Umfrage startete im Herbst 2017 und erfasste die Preise einer einfachen Türnotöffnung. „Die Ergebnisse sind ein guter Anhaltspunkt dafür, was eine Türöffnung üblicherweise kostet“, sagt Juliane von Behren, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern. „Verbraucher können sich daran bei der Vereinbarung eines Preises orientieren. Zudem hilft der Marktcheck, die Rechnung nach Abschluss der Arbeiten zu bewerten“, so die Verbraucherschützerin weiter.

Bundesweit befragten die Verbraucherzentralen rund 600 Schlüsseldienste. Ermittelt wurde, was die Öffnung einer lediglich ins Schloss gefallenen Tür an einem Werktag tagsüber kostet - inklusive der Anfahrt aus der näheren Umgebung. Des Weiteren erfragten die Verbraucherschützer, was für die gleiche Leistung nachts oder an einem Sonn- oder Feiertag maximal in Rechnung gestellt wird. Im bundesweiten Mittel bewegen sich die Preise für eine einfache Türöffnung um 70 Euro. Besonders günstig können Verbraucher ihre zugefallene Tür in Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern wieder öffnen lassen. Hier haben die Verbraucherzentralen Normalpreise von unter 60 Euro erfasst. Kostspieliger ist es in Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Baden-Württemberg. In Bayern bewegen sich die Preise im Mittelfeld. Für eine Türöffnung am Tage werden durchschnittlich 71 Euro verlangt. Der ermittelte Maximalpreis liegt bei circa 119 Euro.

„Unseriöse Schlüsseldienste nutzen die Situation der Verbraucher aus und verlangen überzogene Preise, vereinzelt in vierstelliger Höhe“, sagt Juliane von Behren. Wer die Rechnung nicht vor Ort sofort bezahlen will, wird unter Druck gesetzt. Die Verbraucherzentrale Bayern rät allen Betroffenen, sich im Falle von überhöhten Forderungen rechtlich beraten zu lassen. Die Ergebnisse des Marktchecks können im Internet abgerufen werden unter www.verbraucherzentrale-bayern.de/schluesseldienste. Dort gibt es auch Tipps für den Umgang mit Schlüsseldiensten. Der Marktcheck wurde im Rahmen des Projektes „Wirtschaftlicher Verbraucherschutz“ gefördert durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz.


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