31.05.2020, 08:00 Uhr

Statt auf Berggipfel „Reichenhaller Jager“ üben für Mali-Einsatz


Statt auf Berggipfel mit dem Heli über Baumwipfel

Bad Reichenhall/Celle. Mali gilt als zurzeit gefährlichster Einsatz der Bundeswehr. Am Freitag wurde im Deutschen Bundestag über die Verlängerung und Ausweitung dieses Einsatzes abgestimmt. Das Führungspersonal der designierten Objektschutzkompanie für den Auslandseinsatz in Mali des Gebirgsjägerbataillons 231 übte am Ausbildungs- und Übungszentrum für Luftbeweglichkeit in Celle mit Hubschraubern - natürlich unter Einhaltung der Auflagen des Infektionsschutzgesetztes.

Für die „Reichenhaller Jager“ geht es oft hoch hinaus. Meist müssen sie dafür aber aus eigener Kraft die Bergspitzen erklimmen. In Vorbereitung auf den Einsatz der 4. Kompanie in Mali ab Oktober, hat das Führungspersonal eine Woche lang mit Hubschraubern geübt.

Simulation „Virtual Battle Space 3

Bevor es in die Luft ging wurden bereits am Tag der Anreise in Celle mit Unterrichten die nötigen theoretischen Grundlagen vermittelt. Einem straffen Ablaufplan folgend konnten die Soldaten dann erste praktische Erfahrungen mit dem Transporthubschrauber NH90 sammeln. Die schnelle Transportfähigkeit aus der Luft ist im Ernstfall besonders bei der Versorgung von Verwundeten wichtig. Daher wurden neben der behelfsmäßigen Flugabfertigung auch die Abläufe für den Lufttransport Verwundeter ausgebildet.

„Manchmal können banal erscheinende Kleinigkeiten wie die Handhabung des Anschnallsystems, die Sitzverteilung oder das Öffnen und Schließen der Türen entscheidend sein – nämlich dann, wenn Feinddruck dafür sorgt, dass die Zeit knapp ist“, erklärt Major Sven Schuster, der am Zentrum die Zusammenarbeit mit der Übungstruppe koordiniert.

In der Simulation „Virtual Battle Space 3“ konnten die Soldaten in der Funktion, die sie jeweils auch im Einsatz wahrnehmen, den nächsten Ausbildungsabschnitt virtuell üben. Dabei bildet das System eine dem Einsatzland Mali nachempfundene Einsatzumgebung ab.

Mit einer fordernden Abschlussübung stellten die „Reichenhaller Jager“ am Ende der Woche ihr Können unter Beweis. Mit über 200 Stundenkilometer flogen die Hubschrauber über die Baumkronen niedersächsischer Wälder hinweg. In der laufenden Operation am Boden wurde das Gelernte auch bei der Versorgung eines „schwer verletzten“ UN-Angehörigen und dessen Abtransport mit dem Hubschrauber geübt.

Ausbilder für luftbewegliche Einsätze

Zurück in der Heimat sollen auch die restlichen Soldaten von dem neu Gelernten profitieren. Mit der Qualifikation zum Ausbilder für luftbewegliche Einsätze sollen sie als Multiplikatoren die Kompanie zum Einsatz als schnelle Eingreiftruppe befähigen. Durch diesen Ansatz konnte bei der Ausbildung auch die Einhaltung der Auflagen zum Infektionsschutze sichergestellt werden. Anstatt den üblichen zehn Mann wurde jeder Hubschrauber - NH90 - mit maximal fünf Soldaten besetzt. Darüber hinaus bestand bei der Ausbildung neben der Einhaltung der üblichen Hygienevorschriften der Grundsatz - Abstand halten - und wo dies aus Sicherheitsgründen nicht möglich war, wurde das Tragen von Mund – und Nasenschutz befohlen.

Auch im Hubschrauber oder im Unterrichtsraum mussten die Teilnehmer einen Mund-Nasen-Schutz tragen.