22.10.2019, 15:33 Uhr

Einsatzkräfte vermeiden Nacht-Einsatz Rettung bei letztem Sonnenlicht aus Watzmann-Ostwand

(Foto: Bergwacht Passau / Dreisessel)(Foto: Bergwacht Passau / Dreisessel)

Einsatzkräfte der Bergwacht Berchtesgaden und die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ haben am Sonntagabend im letzten Tageslicht zwei Osteuropäerinnen aus der mittleren Watzmann-Ostwand gerettet.

SCHÖNAU AM KÖNIGSSEE. Die Frau und ihre Tochter wollten über den Berchtesgadener Weg aufsteigen, hatten Orientierungsprobleme und mussten bereits in der Nacht von Samstag, 19. Oktober 2019, auf Sonntag, 20. Oktober 2019, bei verhältnismäßig mildem Wetter biwakieren. Am späten Sonntagnachmittag waren sie etwas abseits des eigentlichen Aufstiegs im hinteren Bereich der Gipfelschlucht und konnten vor dem Einbruch der Dunkelheit keinen Platz mehr zum erneuten Biwakieren finden, weshalb sie gegen 17.40 Uhr einen Notruf absetzten. Danach tickte für die Einsatzkräfte die Uhr, da es bereits langsam dunkel wurde: Während „Christoph 14“ rund 10 Minuten von Traunstein aus anflog, stattete die Berchtesgadener Bergwacht zwei Einsatzkräfte mit umfangreicher Ausrüstung aus, die im letzten Tageslicht noch in der Wand abgesetzt werden sollten und dann für alle Eventualitäten gerüstet sein sollten, weshalb sie Ausrüstung für den weiteren seilgesicherten Aufstieg, zum Wärme-Erhalt und sogar Biwak-Zelte mitführten. Parallel lief eine Anfrage für einen nachtflugtauglichen Polizeihubschrauber, der aber aus Mittelfranken anfliegen hätte müssen. „Christoph 14“ flog mit zwei Bergrettern los, wobei die Einsatzkräfte die Frauen erst nach zwei Suchschleifen entdecken konnten, geländebedingt aber niemanden über die Kufe absetzten konnten. Vom Zwischenlandeplatz am nahen Hirschwieskopf aus flog der Pilot dann einen Bergretter am 25-Meter-Tau zu den Osteuropäerinnen, der beide in Rettungssitzen sicherte. „Christoph 14“ holte den Retter und die Frauen anschließend per Tau ab, flog sie auf die Halbinsel Hirschau aus und holte noch den zweiten Bergretter vom Hirschwieskopf ab. Mit „Christoph 14“ gings von Sankt Bartholomä zum Schneewinkl-Landeplatz in der Schönau. Die ebenfalls alarmierte Wasserwacht mit ihrem Rettungsboot wurde nicht mehr benötigt. Da alle sehr effektiv und flott Hand in Hand zusammenarbeiteten, konnten die Retter die Aktion in unter einer Stunde absolvieren und einen womöglich sehr aufwendigen Nacht-Einsatz vermeiden. Aktuell liegt in der Ostwand ab der Biwakschachtel noch immer Schnee vom ersten Winter-Einbruch; ansonsten einfachere Passagen werden dadurch schwieriger und durchaus riskant, was Bergsteiger bei ihren Planungen immer mit berücksichtigen sollten.henhaller Bergwacht fuhr die Unverletzten dann ins Tal.


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