18.06.2018, 15:00 Uhr

Bezirkstagspräsident auf Besuch Jugendarbeit als Investition in die Zukunft der Region

Der neue KJR-Vorsitzende im Landkreis Regen, Thomas Löffler, und Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich beim Rundgang durch das Handwerkerhaus in Ruhmannsfelden. (Foto: Manuela Lang)Der neue KJR-Vorsitzende im Landkreis Regen, Thomas Löffler, und Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich beim Rundgang durch das Handwerkerhaus in Ruhmannsfelden. (Foto: Manuela Lang)

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich trifft neuen KJR-Vorsitzenden Thomas Löffler.

RUHMANNSFELDEN Wer sich als Jugendlicher vor Ort engagiert, sich in einem Verein wohlfühlt und dadurch in eine Gemeinschaft integriert ist, der bleibt auch eher in der Region beziehungsweise kehrt nach Ausbildung und Studium wieder zurück. Diese Erfahrung hat der jetzige Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich in den acht Jahren, in denen er Vorsitzender des Kreisjugendrings Freyung-Grafenau war, gemacht und unter anderem deshalb misst er der Jugendarbeit auch in seiner heutigen Funktion große Bedeutung bei.

Vergangene Woche traf Heinrich erstmals den neuen Regener KJR-Vorsitzenden, Thomas Löffler, um sich persönlich kennenzulernen und über anstehende Themen in der Jugendarbeit im Landkreis zu erkundigen. Nachdem die Führungsriege nach vielen Jahren neu aufgestellt wurde, sei man derzeit in einer „Findungsphase“, in der es neue Strukturen zu schaffen gelte. Vor allem im IT- und EDV-Bereich wolle man sich weiterentwickeln, so Löffler. Das Freizeit- und Ferienprogramm laufe gut, die vielen unterschiedlichen Angebote werden nach wie vor stark nachgefragt. „Aber gerade für die Zielgruppe der Jugendlichen wollen wir in Zukunft wieder mehr anbieten, nachdem wir in den vergangenen Jahren vermehrt das Angebot für Kinder ausgebaut haben“, so Löffler. Besonders hob Heinrich die vorbildliche Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe hervor. „Der Landkreis Regen gilt auf Bezirksebene als ein Musterbeispiel für gelungene Inklusionsprojekte in der Jugendarbeit.“ Einig war man sich auch, dass jugendpolitische Themen von großer Bedeutung sind. Im Vorfeld der Bundestags- und Landratswahlen im vergangenen Jahr hatte der KJR alle Kandidaten einzeln zu Gesprächsrunden mit Jugendlichen eingeladen. „Wir hatten rund 30 Teilnehmer pro Termin und es wurde rege diskutiert“, erinnert sich der 28-jährige KJR-Vorsitzende. Olaf Heinrich fand dies sehr erfreulich, denn „es ist für das politische System in Zukunft wichtig, wenn junge Menschen merken, dass sie sich sehr wohl miteinbringen und damit etwas verändern können“.

Er habe aber den Eindruck, so Heinrich, dass die Jugendarbeit allgemein in den verschiedenen Vereinen immer schwieriger werde, was ihm Löffler bestätigen konnte. Viele Vereine gehen mittlerweile in Schulen, um über ihr Angebot zu informieren und so Nachwusch zu bekommen. Beim Ruhmannsfeldener Trachtenverein d’Teisnachtaler, bei dem Löffler Vortänzer ist, laufe es zwar gut, aber andere hätten es schon schwer. Wenn dann später wegen des Studiums ein Umzug ansteht, würden viele aus den Vereinen wegbrechen. „Deshalb ist es wichtig, dass sie vorher über die Jugendarbeit eine emotionale Bindung zu ihrer Heimat aufbauen, damit später eine Rückkehr wahrscheinlicher ist. Dies sind nicht nur Einwohner, sondern auch künftige Fachkräfte für unsere Region“, so Heinrich, der dabei auch die Notwendigkeit funktionierender Netzwerke sieht.

Eine solche Netzwerkarbeit wird auch im Bezirksjugendring praktiziert, in dem alle Kreisjugendringe zusammengeschlossen sind. Im Vorfeld der nächsten BJR-Jahrestagung bot Heinrich dem KJR-Vorsitzenden an, ihm spezielle, für die Jugendarbeit vor Ort wichtige Themen mitzuteilen. „Jede Region hat ihre eigenen Herausforderungen, aber die Anliegen der Landshuter müssen nicht unbedingt dieselben wie hier sein.“ Da man sich nun aber persönlich kennengelernt habe, sei es ohnehin leichter, in Kontakt zu bleiben und sich über aktuelle Entwicklungen auszutauschen, waren sich beide einig.

Zuletzt führte Thomas Löffler seinen Gast noch durch die Räume des denkmalgeschützten Handwerkerhauses in Ruhmannsfelden, das der Trachtenverein vor einigen Jahren mit viel Eigenleistung saniert hat. „Hier sieht man, was man alles bewegen kann, wenn sich viele Menschen gemeinsam für eine Sache begeistern“, zeigte sich Heinrich beeindruckt vom Haus selbst sowie von den zahlreichen historischen Ausstellungsstücken.


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