27.02.2018, 10:52 Uhr

Vier-Sterne-Urlaub auf dem Bauernhof Staatsminister Helmut Brunner und Regierungspräsident Rainer Haselbeck im Familotel Schreinerhof

(Foto: Spranger)(Foto: Spranger)

Zu Betriebsbesuchen waren jetzt Staatsminister Helmut Brunner und der niederbayerische Regierungspräsident Rainer Haselbeck im Landkreis Freyung-Grafenau unterwegs. Brunner wollte dem Regierungspräsidenten einige außergewöhnliche Betriebe in seinem Stimmkreis vorstellen, die durch Kreativität und Innovationskraft eine hervorragende Marktposition in ihrer Branche erreicht haben. Ziel war es, sich mit der Unternehmens-führung über die aktuellen Anliegen und anstehenden Planungen seitens der besuchten Betriebe auszutauschen.

SCHÖNBERG Nach der AVS Römer GmbH in Grafenau war das Familotel Schreinerhof in Schönberg die zweite Station dieser Rundreise zu den „Hidden Champions“ im Bayerwald. Der Schreinerhof ist einer von 64 Mitgliedsbetrieben der Hotelkooperation Familotel AG und gehört zu den Top 3 in dieser Gruppe. Inhaber Günter Schon als gelernter Landwirtschaftsmeister hat den damals noch stark landwirtschaftlich geprägten Betrieb 1999 übernommen. Damals gab es nur ein paar Ferienwohnungen, die über den kleinen Innenhof, der bis heute Bestand hat, erreichbar waren. Nach den agrarpolitischen Veränderungen, die sich damals in Deutschland durch die Wiedervereinigung und in der EU durch den Beitritt der osteuropäischen Staaten ergaben, war die kleinräumige Landwirtschaft in Bayern gegenüber anderen Regionen nicht mehr so lukrativ. So kam es dass der Schreinerhof die Landwirtschaft immer mehr als Erlebnisfaktor für die Urlauber nutzte, ohne sie jedoch ganz aufzugeben. Vielmehr haben Günter und Gabriele Schon aus ihren kleinen Anfängen einen der größten, modernsten und beliebtesten Beherbergungsbetriebe für Familien mit Kindern in der Region gemacht, der 2017 eine beeindruckende Auslastung von über 92 % bei 350 Öffnungstagen aufwies. Das Haus verfügt heute über 67 Appartements und Suiten, ein Restaurant mit 300 und eine Bar mit 50 Sitzplätzen und beschäftigt insgesamt 85 Mitarbeiter in Hotel, Küche und Service des Restaurants, im Kinder- und Wellnessbereich sowie in der Reithalle. Auch die Landwirtschaft wird nach wie vor betrieben mit ca. 40 Rindern und 55 Hektar Grünland. Eine eigene Dienstleistungs-GmbH kümmert sich – „absolut zuverlässig“, wie Bürgermeister Martin Pichler betont – um den Winterdienst in der Gemeinde Schönberg. Für eine solche Aufbauleistung ist es „gar nicht schlecht, wenn man von vielen Seiten unterschätzt wird“, meint Günter Schon. Die Landwirte hätten seine Anfänge mit ein paar Ferienwohnungen belächelt und die Touristiker hätten als Landwirt seine gastronomischen Fähigkeiten bezweifelt.

Doch solche Unkenrufe konnten den Erfolg und das stetige Wachstum des Schreinerhofes nicht aufhalten. 2007 erfolgte der Beitritt zum Familotel-Verbund. 2012 entstanden 30 neue Appartement, Außenpool, Spielbereich, Naturbadesee und Restaurantbereich, ein Jahr später wurden zehn Appartements im Altbau und das Stammhaus renoviert. 2016 folgten die neuen Wasserwelten mit Sauna und Wellnessangeboten. Aktuell sind mit Millionen-Investitionen der Bau eines Kino- und Mehrzwecksaales mit 250 Plätzen sowie die Vergrößerung des Restaurants auf 460 Sitzplätze sowie eine Sporthalle mit 300 m² und Jederzeit-Spielräume mit 400m² geplant. Außerdem soll ein edles Grillrestaurant mit 30 Plätzen, in dem hochwertige Spezialitäten vom eigenen Hof kredenzt werden, und eine Küche 4.0 mit modernster Technik (Kochen per Smartphone) entstehen. Auch 40 neue Appartements und ein erweitertes Hotelangebot sind geplant.

Regierungspräsident Haselbeck zeigte sich beeindruckt von diesen Plänen. Der Tourismus präge das Bild Niederbayerns hob er hervor und der Schreinerhof sei hier mit Sicherheit ein Vorzeigeobjekt. Staatsminister Helmut Brunner lobte das Konzept und die Philosophie der Gastgeberfamilie Schon, die ihre landwirtschaftlichen Wurzeln nicht verleugne, sondern im Gegenteil als „Marke und Alleinstellungsmerkmal bewahrt und vermarktet“. Außerdem biete der vorhandene Grundbesitz im Umfeld weitere Erweiterungsmöglichkeiten. Ebenso sei durch die beiden Söhne Jürgen und Jonas Schon, die zum Tourismusmanager bzw. Hotelfachmann ausgebildet seien die Betriebsnachfolge bereits gesichert.

Auch der Schreinerhof leidet aber unter einem Verkehrsproblem. Direkt vor dem Haus verläuft die Kreisstraße FRG 47 in einer unfallträchtigen scharfen Kurve. Deren Verlegung ist zwar bereits geplant und beschlossen und wird vom Hotelbesitzer selbst finanziert. Doch der soll auch noch die Altlastenentsorgung sicherstellen und auf den Vorsteuerabzug verzichten. Brunner und Haselbeck wollen sich hier für eine erneute Prüfung einsetzen.


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