24.11.2017, 16:59 Uhr

Heimkehr mit interessanten Ideen Kollnburger besuchten die Kollenburg


Einem puren Zufall und einem vermuteten Schreibfehler ist es zu verdanken, dass es zu einem Kontakt zwischen Collenberg am Main im Spessart mit deren „Kollenburg“ genannten Burgruine und der Gemeinde Kollnburg im Bayerischen Wald mit der gleichnamigen Burg gekommen ist. Das Internet macht‘s möglich. Neugierig initiierte Altbürgermeisters Ludwig-Andreas Riedel eine Kontaktaufnahme zu den „Waidlern“ in Niederbayern und eine Suche nach Gemeinsamkeiten der beiden fast gleichnamigen Burgen.

KOLLNBURG Nach einem längeren Briefverkehr packte Kollnburgs Bürgermeisterin Josefa Schmid dann die Gelegenheit beim Schopf und organisierte nun eine Busfahrt zur der fast namensgleichen Gemeinde Collenberg am Main. Auf Einladung der Burgfreunde Kollenburg nahmen rund 40 Teilnehmer die weite Reise von rund 340 Kilometern auf sich, um vormittags am Forsthaus am Fuße der Kollenburg durch ein Empfangskomitee der Burgfreunde Kollenburg begrüßt zu werden. Lothar Romstöck führte in historischem Gewand die Gruppe auf die Burg. Und sogar Collenbergs Bürgermeister Karl Josef Ullrich ließ es sich nicht nehmen, einige Kollnburger, denen der Aufstieg zu beschwerlich war, mit seinem Privatauto hochzufahren, damit sie dort auch mehr über den Hintergrund der Anlage, die als mittelalterliche Höhenburg am rechten Mainufer liegt, zu erfahren.

Erbaut wurde die Burg um 1150 von Conradus Colbo Schenk von Schüpf. Die Familie der Schenken wurde von Kaiser Friedrich Barbarossa ins Maintal geholt, um die kaiserlichen Besitzungen gegen den wachsenden Einfluss der Kirche abzusichern. Der Beinamen Colbo leitet sich ab von Streitkolben, einer mit Stacheln bewehrten Hiebwaffe des Mittelalters. Sie findet sich sowohl im Wappen derer von Schüpf als auch im heutigen Gemeindewappen von Collenberg. Zunächst Kolbenburg genannt, wandelte sich der Namen im Laufe der Zeit in Kollenburg. Die Schenken residierten hier etwas mehr als hundert Jahre, bis sie durch eine politische Verwerfung die kaiserliche Protektion verloren. Anfang des vierzehnten Jahrhunderts übernahmen die Rüdt von Kollenburg die Herrschaft auf der Burg. Dieses mächtige Adelsgeschlecht verfügte über weitläufige Besitzungen im Maintal sowie über eine weitere Burg in Bödigheim. Unter ihrer Egide wurde die Anlage in drei größeren Baustufen zu der wehrhaften Feste ausgebaut, die auch heute noch ersichtlich ist. 1635 erlischt die hiesige Linie der Rüdt im Mannesstamm und der langsame Verfall dieser Burg begann.

Nach dem Abstieg von der Kollenburg führte die Route weiter zum Ortsteil Fechenbach, wo der Vorsitzende der Burgfreunde und Altbürgermeister Ludwig-Andreas Riedel den ehemaligen Ökonomietrakt des Schlosses und das Fechenbacher Schloss vorstellte.

Nach so viel Geschichtlichem ging es nach dem Mittagessen für die Kollnburger und seine Collenberger Begleiter dann nach Eschau, wo sie von Ritter Jürgen von Wallstadt (Dr. Jürgen Jung) im alten Rathaus der Informationsstätte der Burglandschaft erwartet wurden. Jürgen Jung berichtete in einem Kurzvortrag über die Vermarktung der verschiedenen Burganlagen und historischen Bauwerke und wie die Unterfranken hier geschickt mit Hilfe von staatlichen Fördermittel den Spessart und Odenwald als zusammenhängende Burgenlandschaft präsentieren. Dies glückte durch die Entwicklung des Netzwerkes Burglandschaft, das im Rahmen eines LEADER-Projektes in der Förderkulisse der LAG Main4Eck initiiert wurde. Seither wurden zahlreiche Produkte und Aktivitäten um die beteiligten Burgen und Schlösser generiert, welche die Bayerwaldler sehr beeindruckten und für etliche Nachfragen sorgte. Auch Bürgermeisterin Josefa Schmid zeigte sich von den Impulsen sehr beeindruckt und konnte etliche Ideen für die eigene Vermarktung der Kollnburg, die bislang nur als touristischer Anziehungspunkt und als Ort für standesamtliche Hochzeiten dient, sammeln.

Nach dem kurzweiligen Vortrag gab es für die Kollnburger noch eine Einladung zum Nachmittagsdessert mit Kaffee und Eis, um dann aber die Rückfahrt anzutreten und die wunderbar erhaltenen Burgen des Spessarts noch einmal „live“ zu sehen. So erhielten die Kollnburger noch Eindrücke vom Großheubacher Kloster Engelberg, der Miltenberger Mildenburg, der Stadtprozeltener Henneburg sowie der stattlichen Burgruine von Wertheim. Die Kollnburger Ausflügler waren begeistert von der Gastfreundschaft der Collenberger und den Eindrücken eines gelungenen Ausflugstages in den Spessart.


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