08.11.2018, 08:00 Uhr

Veranstaltung in Burghausen 100 Jahre Frauenwahlrecht in Bayern

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Veranstaltungen unter dem Motto „Es geht ans Eingemachte“ am 17. November im Quadroscope

BURGHAUSEN/BAYERN. Genau 100 Jahre ist es her: Seit dem 8. November 1918 dürfen Frauen in Bayern wählen und gewählt werden. Vorausgegangen war ein langer und harter Kampf der Frauenbewegung, der schon im 18. Jahrhundert begonnen hatte.

„Die Einführung des Frauenwahlrechts war eine sehr wichtige Errungenschaft. Was heute selbstverständlich erscheint, hat eine bedeutsame Geschichte“, so Bärbel Benkenstein-Matschiner, Vorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) in der Diözese Passau. „Aus diesem Grund wollen wir das 100-jährige Jubiläum des Frauenwahlrechts in Bayern feiern – aber auch den Finger in aktuelle Wunden legen“, so Benkenstein- Matschiner weiter.

Aktuelle Wunden – damit meint der Frauenbund beispielsweise die Tatsache, dass ausgerechnet zum 100-jährigen Jubiläum der Einführung des Frauenwahlrechts nur 55 Frauen den Einzug in den bayerischen Landtag geschafft haben. Dieses Wahlergebnis sei ernüchternd und ein Rückschritt für die Demokratie Bayerns, so Benkenstein-Matschiner. „Der neue Landtag verfügt über so viele Abgeordnete und Fraktionen wie noch nie. Dennoch sinkt der Frauenanteil auf unter 27 Prozent“, verdeutlicht sie.

Umso wichtiger sei es nun, die Errungenschaften der Frauenbewegung einzufordern. „Denn was die damalige Frauengeneration für uns erreicht hat, ist wirklich aller Ehren wert“, so die Diözesanvorsitzende.

Feiern möchte der KDFB die Einführung des Frauenwahlrechts mit einer Veranstaltung in Burghausen. Unter dem Motto „Es geht ans Eingemachte“ werden Kinoerlebnis und Kulinarik verbunden. „Heute haben wir Kühl- und Gefrierschrank. Wenn unerwartet Besuch bekommt, können wir uns damit helfen. Vor hundert Jahren konnten die Frauen auf ‚Eingemachtes‘ zurückgreifen, und das kommt heute wieder zunehmend in Mode. Aber wie steht es um das Frauenwahlrecht? Ist es auch nach 100 Jahren wieder im Trend? Diese Frage beleuchten wir gemeinsam“, so KDFBBildungsreferentin Tanja Kemper.

Zudem werde es darum gehen, welche Bedeutung das Recht zu wählen vor über 100 Jahren für Frauen hatte und welche Opfer sie für dieses heute selbstverständliche Menschenrecht bringen mussten. Eindrücklich aufzeigen wird das der Film „Suffragetten – Taten statt Worte“. „Die Fragen, die hier aufgeworfen werden, gehen in anderer Weise ‚ans Eingemachte‘“, stellt Kemper heraus.

Die Veranstaltung „Es geht ans Eingemachte“ findet am Samstag, 17. November, von 10 bis 13 Uhr, im Stadtkino „Quadroscope“ statt. Zur besseren Planung des Imbisses wird um Anmeldung gebeten. Interessierte können sich dazu einfach im KDFB-Diözesanbüro unter Telefon 0851/36361 oder E-Mail kdfb.passau@bistum-passau.de melden.


0 Kommentare