09.02.2018, 12:19 Uhr

Gartengestaltung Was Hobbygärtner beachten sollten

Ein guter Sichtschutz ist für das eigene Wohnbefinden im Garten oftmals unerlässlich. Doch wie soll dieser gestaltet werden? (Foto: bosmanerwin / pixabay.com)Ein guter Sichtschutz ist für das eigene Wohnbefinden im Garten oftmals unerlässlich. Doch wie soll dieser gestaltet werden? (Foto: bosmanerwin / pixabay.com)

Hand aufs Herz: Nur die wenigsten Menschen mit einem eigenen Garten haben so viel Platz und Abstand zum Nachbarn, dass eine natürliche Sichtbarriere gegeben ist. Die meisten Hobbygärtner arbeiten mit den Platzbeschränkungen von Doppel- und Reihenhäusern und hier sind die Probleme allgemein bekannt.

Die Terrasse - oder auch die Balkone - sind direkt nebeneinander und selbst ein Maulwurf könnte mühelos vom Gartenstuhl aus prüfen, was sich beim Nachbarn auf dem Teller befindet. Ganz so einfach ist das mit dem Sichtschutz aber auch nicht, denn vielfach muss auch der Nachbar der Lösung zustimmen. Immerhin würde man selbst auch nur höchst ungern auf eine graue Mauer starren wollen. Dieser Artikel sieht sie die Probleme einmal genauer an und zeigt auf, welche Möglichkeiten der attraktiven Gartengestaltung inklusive Sichtschutz es gibt.

Sichtschutz zu Nachbargrundstücken

Die wichtigsten Sichtschutzbereiche stellen eigentlich Terrassen und direkt zum Nachbarhaus angrenzende Gärten dar. Gerade in städtischen Gebieten sind die Räume so sehr begrenzt, dass die einzelnen Grundstücke nur durch wenige Zentimeter voneinander getrennt sind - und ohne Sichtschutz den besten Blick ins Wohnhaus des Nachbarn bieten. Grundsätzlich dürfen Eigenheimbesitzer jedoch nicht einfach zu Werke schreiten und einen Sichtschutz aufbauen. Es gibt für jede Region eigene Bestimmungen, die vorher unbedingt erfragt werden sollten. Ebenfalls hilft es, ein kurzes Wort mit dem Nachbarn zu sprechen, gerade dann, wenn der Sichtschutz den Lichteinfall stören könnte. Und welche Möglichkeiten gibt es? Ein Überblick:

• Hecken - natürlich kann eine Hecke zum Nachbarn gesetzt werden. Die Pflanzen müssen sich aber auf dem eigenen Grundstück mit ausreichend Abstand zur Grenze befinden. Nachteile bieten die Pflanzen jedoch auch. So müssen sie erst wachsen, um einen Sichtschutz herzustellen, zudem ist das regelmäßige Schneiden unumgänglich. Die Hecke darf nämlich nicht aufs Nachbargrundstück ragen. Da beim Schneiden gegebenenfalls das Betreten des nachbarlichen Gartens notwendig ist, sollte die Heckenvariante erst abgeklärt werden.

• Holzelemente - diese wirken natürlich, sind aber wesentlich pflegeleichter als echte Hecken und nehmen weniger Platz vom Garten weg. In der Regel sind Elemente bis zu einer Höhe von 1,80 Metern in den meisten Gemeinden erlaubt. Sie dürfen wieder nicht direkt auf der Grenze stehen, können aber schön bepflanzt oder auch berankt werden. Ein Vorteil: Wer vor den Elementen ein Blumenbeet anlegt und hier Büsche oder Sträucher setzt, verhindert mit den Elementen gleichzeitig, dass die Pflanzen aufs Nachbargrundstück ragen. Zudem lassen sich Elemente verschiedener Gestaltung miteinander kombinieren und sogar bis zur Terrasse ziehen.

Schöne Gartenzäune sorgen für einen Sichtschutz und sind zudem dekorativ. (Foto: Theiss / pixabay.com)

• Glas - hochwertiger und exklusiv wirkt ein Sichtschutz aus Glas. Die Elemente können durchsichtig gestaltet sein, sodass sie eher den Wind abhalten, aber auch aus Milchglas bestehen. Je nach Konstruktion sind die Ständer nahezu unsichtbar und wandeln den gläsernen Zaun in ein elegantes Gestaltungselement. Diese Lösungen eignen sich übrigens wunderbar auf der Terrasse oder einem Balkon, der direkt in den Nachbarbalkon übergeht. Da das Licht durch das Glas fällt, wirkt der Raum zudem nicht sonderlich begrenzt oder abgesperrt.

Bewässerung

Ein schöner Garten, der mit viel Liebe und Herzblut angelegt wurde, erfordert Aufmerksamkeit. Das ganze Jahr über müssen die Rasenflächen und Beete umsorgt werden - da kann schnell Stress aufkommen. Gerade im Sommer fordert die Blütenpracht so manchem Hobbygärtner einiges ab. Denn auf Regen zu setzen, während man selbst im Urlaub weilt, ist nicht unbedingt die klügste und für die Pflanzen beste Idee. Freunde oder Bekannte wollen ebenfalls nicht ständig aushilfsweise mit der Gießkanne und dem Gartenschlauch zu Werke treten. Aber es gibt Lösungen:

• Schlichte Bewässerung - einfache Rasensprinkler, die mit einer Zeitschaltuhr betrieben werden, wässern den Rasen schon recht zuverlässig. Sie müssen natürlich so aufgestellt werden, dass der komplette Rasen und möglichst auch die Blumenbeete bewässert werden. Nachteilig an der Anlage ist, dass sie auch anspringt, wenn es tatsächlich regnet.

• Bewässerung mit Know-how - mittlerweile gibt es Bewässerungssysteme, die direkt in den Rasen oder in die Beete verlegt werden. Unterirdisch verläuft auch der Wasseranschluss. Die Anlagen können über einen Sensor verfügen und arbeiten automatisch, sobald ein bestimmter Trockenheitswert erreicht ist. Ein Gießen während Starkregens fällt daher aus. Oftmals lassen sich die Anlagen zudem über Apps auf dem Smartphone bedienen. Der Nachteil an dieser Lösung ist, dass sie recht teuer und für viele Privatpersonen schlichtweg übertrieben sind, da wieder diverse Sprinkler ins Erdreich eingelassen werden und miteinander verbunden werden müssen.

Hobbygärtner, die höchstens mal ein Wochenende wegfahren, können sich im Hochsommer übrigens mit einfachen Tricks behelfen, wenn sie nur einzelne Beete bewässern wollen:

• Flaschen - eine Flasche, deren Boden zuvor abgeschnitten wurde, wird in den Boden neben Sträucher oder Pflanzen gesteckt und mit einer Gießkanne mit Wasser gefüllt. Das Erdreich verhindert, dass das Wasser unkontrolliert austritt, doch bekommen die Pflanzen ausreichend Feuchtigkeit ab.

• Wasserschlauch - eine weitere Lösung stellt ein durch das Beet gezogener und mit kleinen Löchern versehener Wasserschlauch dar. Er wird direkt an den Wasseranschluss angeschlossen. Dieser kann nun ganz minimal aufgedreht oder zusätzlich mit einer Zeitschaltuhr gekoppelt werden.

Weitere wichtige Elemente

Um sich das ganze Jahr über am Garten zu erfreuen, sollte er nicht nur in Bereiche unterteilt werden, sondern über ausreichend Beleuchtung verfügen. Bodenstecklampen, die durchaus über Solarenergie angetrieben werden können, leuchten beispielsweise den abendlichen Weg um die Beete herum zum Gartenhäuschen, kleine Laternen in niedrigen Bäumen sorgen für romantisches Licht. Gerade in Beeten oder unter Büschen zeichnen sich kleinere Strahler aus, die das Grün von unten her anstrahlen und erhellen.

Fazit - Privatsphäre im Garten

Der eigene Garten sollte im besten Fall die Erweiterung des Wohnraums sein - und so möchte sich ein Hobbygärtner auch fühlen. Da kommt es auf einen geeigneten Sichtschutz an, der den Nachbarn davon abhält, die Vorgänge bestens zu erkunden. Ist der Schutz sichergestellt, geht es ans Bepflanzen und Dekorieren des Gartens, damit es fortan immer heißen kann ‘der Urlaub findet täglich nach Feierabend‚ statt.