14.12.2017, 14:31 Uhr

Studien zur E-Zigarette Diese Studien muss man kennen

(Foto: Horwin/Pixabay.com (CCO 1.0))(Foto: Horwin/Pixabay.com (CCO 1.0))

Wurde die E-Zigarette anfangs noch belächelt, so sieht man heutzutage immer mehr dampfende Menschen auf den Straßen Deutschlands. Manche sind aus gesundheitlichen Gründen vom Rauchen aufs Dampfen umgestiegen, andere wiederum wollen sich damit den Ausstieg erleichtern. Viele sind überzeugt, mit dem Dampfen eine gesündere Alternative zum Rauchen gefunden zu haben, wo hingegen andere der Meinung sind, dass die elektronische Variante keinen Deut besser sei. Was nun der Wahrheit entspricht, haben zahlreiche Studien zu erklären versucht.

Welche Auswirkungen hat der Geschmack auf das Interesse an E-Zigaretten?

Die Geschmacksrichtungen der verschiedenen E-Liquids reichen von klassischem Tabakaroma über fruchtigen Apfelgeschmack bis hin zu ungewöhnlichen Aromen wie Erdbeer-Käsekuchen. Kritiker argumentieren nun, dass nicht-rauchende Jugendliche durch die Anpreisung dieser lecker klingenden Aromen zum Dampfen verführt werden.

In dieser Studie von Saul Shiffman, Mark A. Sembower, Janine L. Pillitteri, Karen K. Gerlach und Joseph G. Gitchell konnte jedoch das Gegenteil bewiesen werden. Untersucht wurde, wie anfällig nicht-rauchende Jugendliche und erwachsene Raucher für die Beschreibung der E-Zigaretten Aromen sind. Dabei stellten die Forscher fest, dass das Interesse in beiden Gruppen sehr niedrig war. Die nicht-rauchenden Jugendlichen zeigten sogar noch weniger Interesse an den verschiedenen Geschmacksrichtungen als die rauchenden Erwachsenen.

So sicher sind E-Zigaretten als Ersatz für herkömmliche Tabak-Produkte

Viele Dampfende und E-Zigaretten-Kritiker stellen die Sicherheit von elektronischen Zigaretten als Ersatz für normale Tabakprodukte infrage, ebenso wie Konstantinos E. Farsalinos und Riccardo Polosa in ihrer im April 2014 veröffentlichten Studie. Die Forscher versuchten, die Effekte des Dampfens im Vergleich zu denen von Tabakrauch auf der Basis von 114 von 451 gefundenen Studien zu dem Thema zu identifizieren.

Das vorhandene Beweismaterial bestätigt, dass das Dampfen von elektronischen Zigaretten eine deutlich weniger gefährliche Alternative zum Rauchen herkömmlicher Zigaretten ist. Dies liegt vor allem daran, dass in E-Zigaretten kein Tabak vorhanden ist und auch keine Verbrennungsrückstände entstehen. Somit sind Dampfer den typischen Schadstoffen von normalen Zigaretten, die am stärksten mit gesundheitlichen Risiken assoziiert werden, nicht ausgesetzt.

Können E-Zigaretten den Schaden von Tabakprodukten ungeschehen machen?

Riccardo Polosa widmet sich in seiner im März 2015 veröffentlichten Publikation der oben genannten Frage. In seiner Studie untersuchte er, wie man durch den Umstieg auf die E-Zigarette Lungenproblemen – die durch das Tabakrauchen entstanden sind – entgegenwirken kann. Polosa fand in seinen Untersuchungen Beweise dafür, dass sich 65,4% der Menschen mit rauchbedingtem Asthma und 75,7% der Patienten mit Raucherlunge nach dem Umstieg tatsächlich besser fühlten. Über 18% waren im Anschluss nicht mehr auf Medikamente angewiesen. Doch natürlich gilt: Eine E-Zigarette ist kein Radiergummi, der den Schaden, den Zigaretten angerichtet haben, ungeschehen machen kann.

Wie wirken Dampfen und Rauchen auf die Qualität der Raumluft?

Rauchen sorgt für eine schlechte Luftqualität in geschlossenen Räumen, weshalb es auch in vielen Büros und öffentlichen Gebäuden verboten ist. Für das Dampfen von E-Zigaretten gibt es hingegen noch keine solche Regelung. Zu Recht? Das fragten sich McAuley, Hopke, Zhao und Babaian im Jahr 2012, und stellten daraufhin fest, dass das Dampfen vergleichsweise deutlich weniger Spuren in der Raumluft hinterlässt.

E-Zigaretten stellen daher kein Risiko für die Gesundheit der Menschen dar, welche sich im betreffenden Raum aufhalten. Es gibt also kein Risiko für Passiv-Dampfer, wohingegen es äußerst ungesund ist, Tabakrauch ausgesetzt zu sein. Es müssen allerdings noch weitere Beweise dafür gefunden werden, dass der Dampf von E-Zigaretten den Menschen in der näheren Umgebung keinen Schaden zufügt.

Helfen E-Zigaretten gegen rauchbedingtes Asthma?

Riccardo Polosa, Jaymin Marjaria, Pasquale Caponnetto, Massimo Caruso, Simona Strano, Eliana Battaglia und Cristina Russo haben sich in ihrer Studie der Frage angenommen, ob es Menschen, die unter rauchbedingtem Asthma leiden, besser geht, wenn sie von konventionellen Zigaretten auf die elektronische Zigaretten umsteigen.

Die Wissenschaftler um Riccardo Polosa fanden dabei heraus, dass die E-Zigarette tatsächlich Asthmatikern dabei helfen kann, ihren Tabakkonsum zu reduzieren oder ganz mit dem Rauchen aufzuhören. Infolgedessen, dass weniger Zigaretten konsumiert wurden, wurden natürlich auch die rauchbedingten Asthma-Symptome reduziert. Dass E-Zigaretten alleine gegen Asthma helfen, ist jedoch nicht belegt. Allerdings gibt diese Studie Grund zur Annahme, dass E-Zigaretten dabei helfen können, das Rauchen zu reduzieren oder sogar ganz einzustellen. Diese Beobachtungen müssen allerdings noch in größer angelegten Studien verifiziert werden.

E-Zigaretten produzieren nur bei Überhitzung einen hohen Aldehyd-Gehalt

Eine Studie aus dem Jahr 2015 von Dr. Konstantinos E. Farsalinos und seinem Team beschäftigt sich mit der Frage, wie hoch die Aldehydbelastung für Dampfer tatsächlich ist, beziehungsweise, ob diese überhaupt relevant für die Konsumenten von E-Zigaretten-Produkten ist. Schließlich wird ein hoher Aldehydgehalt, wie die Forscher um Farsalinos in ihren Experimenten mit sieben erfahrenen Dampfern feststellten, nur dann produziert, wenn der Zerstäuber sich zu sehr aufheizt und nicht genug Flüssigkeit zum Verdampfen vorhanden ist.

Da diese Bedingungen einen unangenehm verbrannten Geschmack sowie Hustenreiz zur Folge haben, vermeiden viele Dampfer ohnehin, dass es zu diesem Zustand kommt. Unter normalen Dampf-Bedingungen sind die Emissionen von Aldehyden minimal, sogar in den neuesten E-Zigaretten, welche viel Dampf produzieren können. Somit ist die Frage nach der Aldehydbelastung beim Dampfen mehr oder weniger irrelevant.

Aktuelle Informationen rund um die E-Zigarette bieten Webseiten wie iSmoker und Mountain Prophet oder auch der YouTube-Kanal Liquidhimmel.

Fazit:

Dampfen ist weniger gefährlich als Rauchen – was von E-Zigaretten-Kritikern für einen modernen Mythos gehalten wird, ist tatsächlich wahr, wenn man nach den Ergebnissen der aktuellsten Studien geht. Zwar wurde in der umfangreichen Forschung zu diesem Thema festgestellt, dass auch E-Zigaretten nicht komplett frei von gesundheitlichen Risiken, aber immer noch deutlich sicherer als herkömmliche Tabakprodukte sind.