14.05.2019, 07:06 Uhr

Abschlussprüfung erfolgreich bestanden Neue Atemschutzgeräteträger für die Straubinger Feuerwehr


Am vergangenen Wochenende legten vier Feuerwehrmänner und eine Feuerwehrfrau die Qualifikation zum Atemschutzgeräteträger ab.

STRAUBING Eine effektive Brandbekämpfung und vor allem Menschenrettung aus Gefahrenbereichen ist ohne Atemschutzgeräte undenkbar, denn in unserer alltäglichen Welt sind wir von einer Vielzahl von Stoffen umgeben. Waren früher die meisten Dinge der Wohnungseinrichtung aus Naturmaterialien bestanden, sind diese heute vorrangig aus Kunststoff. Bei einem Brand werden dann Atemgifte frei, die eine erhebliche Gefahr darstellen. Der Einsatz unter Atemschutz zählt deshalb zu den gefährlichsten Einsatzaufgaben der Feuerwehr und setzt wichtige Sicherheitsvorkehrungen, eine entsprechende Einsatzausrüstung und eine intensive Ausbildung voraus.

Gesundheitliche Eignung wichtigste Voraussetzung

Wichtigste Voraussetzung, um als Atemschutzgeräteträger eingesetzt zu werden, ist neben das Mindestalter von 18 Jahren und einer abgeschlossenen Truppmann-Ausbildung die gesundheitliche Eignung. Das Feststellen dieser körperlichen Eignung dient dabei nicht nur dem Schutz des Atemschutzgeräteträgers, sondern auch dem zu Rettenden, denn man muss diesen zusätzlichen Belastungen gewachsen sein.

Bei der Feuerwehr Straubing kommen ausschließlich Atemschutzgeräteträger mit einer erfolgreichen arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung gemäß G26.3 zum Einsatz. Die Untersuchung nach G26.3 ist jeweils für drei Jahre (bei über 50-Jährigen nur ein Jahr) gültig und muss regelmäßig wiederholt werden. Hierbei wird getestet, ob die Person die nötige körperliche Verfassung zum Tragen von schwerem Atemschutz mitbringt. Die Untersuchung setzt sich u. a. aus einem Lungenfunktionstest, Belastungs-EKG, Urinuntersuchung und einer Röntgen-Thorax zusammen

Als nächster Schritt steht dann die Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger an. Dieser Grundlehrgang umfasst derzeit 25 Ausbildungsstunden und basiert auf der Feuerwehr-Dienstvorschrift FW DV 700. Neben den notwendigen theoretischen Grundlagen stehen dabei auch alle praktischen Übungen, wie z.B. das Anlegen der Atemschutzgeräte auf dem Ausbildungsplan. Immer wieder wird dabei das Erlernte geübt und trainiert, damit auch unter Stresssituationen alle Handgriffe sitzen. Ergänzende Belastungsübungen bringen die Teilnehmer zusätzlich an Ihre Grenzen, denn nur so können auch die Ausbilder erkennen, ob man als Atemschutzgeräteträger tauglich ist. Deshalb geht es immer wieder für die angehenden Atemschutzgeräteträger durch die Atemschutzstrecke oder immer wieder über die Stufen auf den 30m hohen Schlauchturm der Feuerwache. Am Ende eines jeden Grundlehrgang steht eine realistische Einsatzübung auf dem Programm. Hier müssen die zukünftigen Atemschutzgeräteträger nochmals unter den kritischen Augen der Ausbilder und der Feuerwehrführung Ihr Können unter Beweis stellen.

Realistische Abschlussübung als Abschlusstest

Am Samstag war es dann soweit. Die zukünftigen Atemschutzgeräteträger konnten Ihr Erlerntes unter fast realistischen Bedingungen anwenden, denn auch diesmal hatten sich die Ausbilder sich wieder etwas einfallen lassen. In einem leer stehenden Haus in der Mühlsteingasse wurde ein Brand angenommen. Die Feuerwehr wurde alarmiert, um das Gebäude abzusuchen und evtl. vermisste Personen, dargestellt durch Übungspuppen, zu suchen und zu retten. Am Übungsort eingetroffen, mussten sich die neuen Atemschutzgeräteträger ausrüsten und dann im künstlich verrauchten Haus die Personensuche starten. Dabei gingen die Trupps, wie in den Tagen zuvor erlernt, paarweise vor und retteten so die Übungspuppen. Sowohl die Ausbilder als auch die Feuerwehrführung zeigten sich sehr zufrieden mit den erbrachten Leistungen.

Beim anschließenden Lehrgangsabschluss erhielten dann alle fünf Atemschutzgeräteträger ihre Lehrgangsbestätigung. Somit stehen bei der Feuerwehr Straubing weitere fünf Atemschutzgeräteträger im Einsatzdienst.


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