22.03.2019, 14:11 Uhr

Verkehrs- und Unfallgeschehen 2018 Mehr Unfälle, mehr Verletzte und auch ein Verkehrstoter mehr

Die Teilnehmer an der Jahressitzung des Verkehrssicherheitskreises mit der Stellvertretenden Leiterin der PI Straubing, Inge Roith, der Leiterin der PI Bogen, Daniela Neumayer, Landrat Josef Laumer, Rita Kienberger (Verkehrssicherheitsbeauftragte des Landkreises Straubing-Bogen) und Polizei-Hauptkommissar Jürgen Mißlbeck (Sachbearbeiter Verkehr der PI Straubing, sitzend von links) (Foto: Landratsamt)Die Teilnehmer an der Jahressitzung des Verkehrssicherheitskreises mit der Stellvertretenden Leiterin der PI Straubing, Inge Roith, der Leiterin der PI Bogen, Daniela Neumayer, Landrat Josef Laumer, Rita Kienberger (Verkehrssicherheitsbeauftragte des Landkreises Straubing-Bogen) und Polizei-Hauptkommissar Jürgen Mißlbeck (Sachbearbeiter Verkehr der PI Straubing, sitzend von links) (Foto: Landratsamt)

Der Verkehrssicherheitskreis stellte Bericht für das vergangene Jahr vor.

STRAUBING-BOGEN Viele Unfälle, viele Verletzte – und auch mehr Verkehrstote als in den beiden Vorjahren. Dies ist das Fazit aus dem Bericht zum Verkehrs- und Unfallgeschehen 2018 im Landkreis Straubing-Bogen, der auf der Jahressitzung des Verkehrssicherheitskreises vorgestellt wurde.

„Der Höchststand im Zehn-Jahres-Vergleich aus dem Jahr 2015 wurde 2018 fast erreicht. Es ist nicht nur die Zahl der Schwerverletzten wieder deutlich angestiegen, sondern auch die Gesamtunfallzahlen sind zwei Jahre in Folge gestiegen“, resümierte Polizei-Hauptkommissar Jürgen Mißlbeck, Sachbearbeiter Verkehr der Polizeiinspektion Straubing. 2018 gab es auf den 2.771 Kilometern der Autobahnen (32 km), Bundes- (71 km), Staats- (225 km), Kreis- (543 km) und Gemeindestraßen (1.900 km) im Landkreis Straubing-Bogen insgesamt 3.313 Unfälle (2017: 3.276), davon 2.385 Kleinunfälle (2017: 2.341) und 529 Unfälle mit schwerwiegendem Verstoß (2017: 568) und 399 Unfälle mit Personenschaden (2017: 367). Dabei wurden zehn Personen getötet (2017: 9). „Jeder dieser Todesfälle steht für ein Familiendrama“, machte Mißlbeck deutlich. Insgesamt wurden bei den Unfällen 538 Personen verletzt (2017: 498), davon 129 schwer (2017: 101) und 409 leicht (2017: 397). Stetig ansteigend sind auch die Wildunfälle, die 2018 mit 1.665 einen historischen Höchststand im Landkreis erreichten. Damit ist jeder zweite Unfall im Landkreis ein Wildunfall. Niederbayernweit sind diese Zahlen ähnlich hoch, statistisch gesehen gibt es in Niederbayern 43 Wildunfälle pro Tag. „Bei Unfällen mit Toten und Schwerverletzten sind nicht angepasste Geschwindigkeit und Verstoß gegen das Rechtsfahrgebot die Hauptunfallursache“, fasste Mißlbeck zusammen.

Landrat Josef Laumer nahm die Präsentation der Zahlen zum Anlass, allen Rettungskräften, egal ob von Polizei, Feuerwehr, THW oder Notarzt für ihren Einsatz zu danken. „Es ist erschreckend, dass es immer wieder zu Fällen kommt, wo diese Helfer selbst angegriffen werden. Sie leisten Großartiges, oftmals gerade bei schweren Unfällen mit Todesfolge unter erheblicher psychischer Belastung.“

Im Rahmen des Verkehrssicherheitsberichts stellte Rita Kienberger, Verkehrssicherheitsbeauftrage des Landkreises und Sachgebietsleiterin Verkehrswesen am Landratsamt, statistische Zahlen aus ihrem Bereich vor. So liegt die Anzahl der gemeldeten KFZ 2018 auf einem Rekordniveau von 113.763, davon 68.001 Pkw, 4.525 LKW, 17.986 Anhänger, 12.892 Zugmaschinen, 785 Oldtimer und 9.380 Krafträder. E-PKW (97), E-Motorräder (3) und CNG-Fahrzeuge (10) spielen weiterhin nur eine untergeordnete Rolle. Die Zahl der aushändigten Fahrerlaubnisse stieg wieder an auf insgesamt 4.729, erreichte damit aber nicht die Rekordzahlen vergangener Jahre. Entzogen werden mussten 147 Führerscheine. Auf Platz zwei hinter Alkohol (96) liegen weiterhin Drogen (18) als Grund.

Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 430 Baustellenanordnungen im Landkreis und 13 Verkehrsschauen mit 166 Ortseinsichten. Die „Top Five“ der Wünsche von Gemeinden und Bürger waren dabei die Anordnung von Geschwindigkeitsbeschränkungen, Überholverboten, Park- oder Halteverboten und Wildwarntafeln sowie die Versetzung von Ortstafeln. Rita Kienberger ging auf die rechtlichen Voraussetzungen für die Verkehrsbeschilderung ein und machte so deutlich, warum nicht immer den Wünschen Rechnung getragen werden kann. Zudem wies sie darauf hin, dass zu viel Beschilderung – der sogenannte Schilderwald - kontraproduktiv sei im Hinblick auf die Verkehrssicherheit. Wichtig im Sinne der Unfallvermeidung sei vielmehr, dass jeder Verkehrsteilnehmer die allgemeinen Regelungen der StVO beachte und insbesondere Aufmerksamkeit und Rücksicht walten lasse.

Tiefbauamtsleiter Markus Fischer ging auf die Baumaßnahmen an Kreisstraßen im Jahr 2018 ein. „Damit wird nicht nur das Straßennetz in Schuss gehalten, sondern auch Unfallschwerpunkte entschärft und ganz allgemein zur Verkehrssicherheit beigetragen“, erläuterte Fischer mit Blick auf die Bautätigkeit.


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