25.07.2018, 08:25 Uhr

Riesenärger im Feuerwehr-Kreisverband Anonymer Brandbrief sorgt für Feuer unterm Dach


Kreisbrandrat Albert Uttendorfer plant Umstrukturierungen der Feuerwehr im Landkreis Straubing-Bogen – und sorgt damit bei den Brandbekämpfern für mächtig Ärger.

STRAUBING-BOGEN Es brennt unterm Dach bei der Landkreis-Feuerwehr! Hintergrund: Kreisbrandrat Albert Uttendorfer (54), Chef der Feuerwehren im Landkreis Straubing-Bogen, plant, den Kreisverband neu zu strukturieren. Anstelle von vier Inspektionsbereichen soll es künftig nur drei geben.

Uttendorfer selbst war es, der nach seiner Wahl zum Kreisbrandrat vor vier Jahren die Aufstockung auf vier Inspektionsbereiche durchsetzte. Begründung damals: Vielfältige Aufgaben, wie die Einführung des Digitalfunks, die Ausarbeitung neuer Lehrgänge sowie die Umsetzung einer neuen Alarmierungsbekanntmachung, hätten es nötig gemacht, die Last auf mehrere Schultern zu verteilen.

„Diese Aufgaben sind mittlerweile im Wesentlichen abgearbeitet“, soll das Argument von Uttendorfer für die einschneidende Maßnahme sein. Doch damit sorgt der Feuerwehrchef für gehörig Unmut in den Reihen der Brandbekämpfer. Besonders aus dem Inspektionsbereich II (u. a. Kirchroth, Parkstetten, Bogen und Hunderdorf) bläst Uttendorfer Gegenwind ins Gesicht. Denn eins ist klar: Mit der geplanten Reform, würden auch einige hochrangige Feuerwehrmänner auf ihre Posten verzichten müssen. Dem Wochenblatt liegt ein Schreiben aus Feuerwehrkreisen vor, das an den Plänen Uttendorfers kein gutes Haar lässt. Der Vorwurf an Uttendorfer: bei den Planungen zur Umstrukturierung habe er die Meinung zahlreicher Kommandanten übergangen. „Dies trägt nicht gerade zur Motivation und Förderung des Ehrenamtes bei“, heißt es.

Weiter wird auf eine ständig wachsende Einsatz- und Ausbildungsbelastung verwiesen. Im Inspektionsbereich II zum Beispiel habe es im vergangenen Jahr rund 270 Einsatzalarmierungen gegeben (davon allein 69 schwierige und belastende Einsätze auf der Autobahn A3). Deshalb, so ist dem Schreiben weiter zu entnehmen, hätten sich die betroffenen Kommandanten gemeinsam an Landrat Josef Laumer gewandt, um ihr „Unverständnis kundzutun“.

Das Landratsamt bestätigt das: „Wie so häufig, wenn Umstrukturierungsmaßnahmen angedacht sind, findet dies bei den Betroffenen nicht immer Anklang und sie äußern ihren Unmut. Es hat deshalb auch mehrere persönliche Gespräche des Landrats mit Vertretern der Feuerwehren und Führungskräften gegeben“, teilt Pressesprecher Tobias Welck mit und macht klar: „Es handelt sich um eine fachliche Entscheidung, die im Kompetenzbereich des KBR liegt, die auch die weiteren Kreisbrandinspektoren mittragen und die sachliche und nachvollziehbare Gründe hat. Deshalb gibt es für den Landrat keinen Grund, dieser Planung nicht das Einvernehmen zu erteilen.“ Also alles in Butter? Wohl kaum. In dem Brandbrief sollen allein im Inspektionsbereich II 30 von 31 Kommandanten Uttendorfers Reform eine klare Absage erteilt haben.

Trotzdem scheint es, als habe sich Uttendorfer mit seinen Plänen zur Neustrukturierung durchgesetzt. Die Rückendeckung aus dem Landratsamt hat er. Klar ist aber auch: Der oberste Feuerwehrmann im Landkreis ist offenbar einigen seiner Leute gehörig auf die Zehen getreten. Uttendorfer selbst wollte sich gegenüber dem Wochenblatt nicht äußern.


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