30.04.2013, 11:32 Uhr

Polizeikontrolle als "Gängelung": Piraten wenden sich gegen die "Disneyfizierung" Regensburgs

Foto: Rosalie Dryjanski/ Lizenz: cc-by Creativ CommonsFoto: Rosalie Dryjanski/ Lizenz: cc-by Creativ Commons

"Kurz vor der Landtagswahl und passend zur sommerlichen Touristenzeit zieht ein neuer Law&Order Sturm mit der Bezeichnung 'Projekt sichere Altstadt' über Regensburg auf", melden die Regensburger Piraten mit Sorge am Dienstag, 29. April.

REGENSBURG In den kommenden Monaten sollen deutlich mehr Bereitschaftspolizisten in der Innenstadt auf Streife gehen, um beispielsweise Geisterradler und Drogenkriminelle dingfest zu machen (das Wochenblatt berichtete online). Für die Regensburger Piraten ist "diese Schikane" gegenüber Menschen, die in Augen der Stadtverwaltung die Altstadt unsachgemäß nutzen, ein weiterer Schritt zur "Disneyfizierung" Regensburgs. Um darauf aufmerksam zu machen, zogen sie am Montag, 29. April, mit Mickey-Maus-Ohren und Tracht zum Dom.

"Wir setzen uns für eine bunte und lebenswerte Stadt ein. Darin sollen alle einen Platz finden können. Durch die Maßnahmen werden bestehende strukturelle, soziale, gesellschaftliche Probleme nicht gelöst, sondern lediglich verlagert und aus dem Sichtfeld der Öffentlichkeit 'gekehrt'", so Jan Kastner, Bundestagsdirektkandidat für Regensburg.

Gentrifizierung durch Luxussanierungen, Alkoholverbote auf öffentlichen Plätzen, Sperrstunde, Mietpreisexplosion in der Altstadt, Videoüberwachung: Die Maßnahmen, um die Altstadt in eine regelkonforme, unnatürliche Märchenwelt zu verwandeln, häuften sich. 

"Der Augenmerk des Projektes 'sichere Altstadt' liegt hier klar auf der Außenwirkung Regensburgs, und nicht auf der sich eventuell erhöhenden Lebensqualität der Regensburger und Regensburgerinnen", sagt Tina Lorenz, Kulturbeauftragte des Landesverbandes. "Eine derartige Gängelung mündiger Bürger finden wir albern und unangemessen." 


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