19.10.2017, 16:43 Uhr

Landgericht Regensburg Filmreifer Überfall auf Casino war mit dem 60-jährigem Betreiber abgesprochen

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Ein 35-Jähriger musste sich wegen eines Überfalls auf ein Spielcasino in Bad Abbach und weiteren Straftaten vor dem Landgericht verantworten. Nun wurde er zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und neun Monaten verurteilt.

REGENSBURG Mit einer schwarzen Nylonstrumpfhose über dem Gesicht, einer Baseballkappe auf dem Kopf und mit Klebeband fixierten Einweghandschuhen überfiel der 35-jährige Angeklagte im Februar des vergangenen Jahres ein Spielcasino in Bad Abbach. Dort zwang er einen 60 Jahre alten Mann, der gemeinsam mit einem gleichberechtigten Partner das Casino betreibt, die vorhandenen Geldspielautomaten und Wechselautomaten zu öffnen, indem er ihm mit einem circa 35 Zentimeter langen Küchenmesser drohte. Im Anschluss fesselte er den 60-Jährigen mit Klebeband in einem Nebenraum verließ das Casino mit einer Beute von 2.000 bis 3.000 Euro Bargeld. Der 60-Jährige konnte sich selbst befreien und verständigte die Polizei.

Im Oktober 2016 bewies der 35-Jährige dann noch einmal kriminelle Energie. Er raubte einen flüchtig Bekannten aus und stahl dessen Bargeld, EC-Karte und Personalausweis. Mit diesen Hilfsmitteln gelang es ihm, in drei Geschäften in Regensburg jeweils ein Smartphone oder ein Tablet im Wert von 730 bis 1.290 Euro zu erwerben. Er verkaufte die Geräte anschließend weiter und kassierte das Geld ein. Wegen dieser Straftaten musste sich der 35-Jährige nun vor dem Landgericht verantworten. Und da kam heraus: Der Überfall auf das Casino war mit dem 60-jährigen Betreiber, der wohl Geldsorgen hatte, abgesprochen.

„Ich habe in meinem Leben nichts erreicht“

Bevor das Urteil verkündet wurde, meldete sich auch der 35-Jährige noch einmal zu Wort. „Ich habe unschuldigen Menschen Leid zugefügt und dafür schäme ich mich. Ich bin 35 Jahre alt und habe in meinem Leben nichts erreicht. Ich will ein neues Kapitel anfangen“, erzählte er reumütig vor Gericht. Diese Reue legte ihm auch das Gericht positiv aus und verurteilte ihn zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren und neun Monaten. Durch den Drogen- und Alkoholkonsum geht das Gericht von einer verminderten Schulfähigkeit aus.

Hier gehts zum Bericht vom ersten Verhandlungstag!


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