23.09.2017, 13:14 Uhr

Chor Domspatzen machen sich ehrlich: Nach Missbrauch jetzt die Nazi-Vergangenheit

Die Regensburger Domspatzen im August 1938 bei Adolf Hitler am Obersalzberga Foto: BundeszentralarchivDie Regensburger Domspatzen im August 1938 bei Adolf Hitler am Obersalzberga Foto: Bundeszentralarchiv

Der weltberühmte Knabenchor der Regensburger Domspatzen macht sich weiter ehrlich. Nach lückenloser Aufklärung des Missbrauchskandals folgt nun die kritische Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit.

REGENSBURG Der weltberühmte Chor der Domspatzen macht sich weiter ehrlich. Gab es einst massive Kritik am mangelnden Aufklärungswillen der Missbrauchsfälle, wird das Modell Regensburg heute als vorbildlich in ganz Deutschland bewertet. Doch dabei belassen es die Verantwortlichen nicht. Noch heute gibt es in Regensburg eine Theobald-Schrems-Straße, das ist der Vorgänger von Georg Ratzinger als Domkapellmeister gewesen. Einst hieß es, Ratzinger möchte sich neben Schrems im Grab der Domkapellmeister begraben lassen. Doch Schrems war es auch, der im Dritten Reich die Domspatzen für die Propaganda der Nazis willentlich benutzen ließ. Jetzt haben die Verantwortlichen bei den Domspatzen auf die Vorstellung des Buches „Die Regensburger Domspatzen im Nationalsozialismus“ (Pustet) von Roman Smolorz hingewiesen. Die Domspatzen bringen Licht in ihre Vergangenheit – Respekt!


0 Kommentare