27.08.2017, 09:29 Uhr

Geschichte Kuriose Ausstellungsstücke für das Bayern-Museum in Regensburg

Foto: Haus der Bayerischen Geschichte/Reinhard Feldrapp (Foto:Schmid)Foto: Haus der Bayerischen Geschichte/Reinhard Feldrapp (Foto:Schmid)

Schon seit einiger Zeit sammelt das Haus der Bayerischen Geschichte Exponate, die ab 2018, so der erste Plan, im neuen Museum der Bayern in Regensburg am Donaumarkt zu sehen sein werden. Und dabei ist mittlerweile auch allerlei Kurioses! Das wohl größte Exponat wurde am Donnerstag, 10. August, der Öffentlichkeit vorgestellt.

REGENSBURG/NAILA Es war eine bewegende Geschichte, die sich 1979 im oberfränkischen Naila abspielte: Dort landete am 16. September 1979 ein Ballon. Mit diesem waren zwei Familien aus der DDR geflüchtet. "Die Landung war bei uns die Sensationsmeldung – und hat sich wahnsinnig schnell in ganz Naila herumgesprochen", berichtet der heutige Bürgermeister der Stadt Naila, Frank Stumpf. Er selbst kennt die beiden Familie, die den Ballon der Stadt schenkten. "Diese Fluchtgeschichte ist einzigartig, und gehört zu Bayerns Geschichte. Es sollte nie vergessen werden, wie es zu Zeiten des Eisernen Vorhangs war. Welche Risiken Menschen auf sich genommen haben, um in die Freiheit zu kommen. Mit unserer Leihgabe können wir dazu beitragen."

Denn: Der Ballon wird bis Ende 2020 an das Haus der Bayerischen Geschichte ausgeliehen – und wird im Museum der Bayerischen Geschichte in Regensburg zu sehen sein. Dr. Richard Loibl, Direktor des Hauses der Bayerischen geschichte, freut sich sehr, dass der Ballon nach Regensburg geht: "Der Ballon hat uns von Anfang an begleitet – er war unsere erste Leihanfrage. Ich möchte mich sehr herzlich bei den Nailaern für die großartige Unterstützung und ihr Vertrauen bedanken." Die spektakuläre Flucht stehe beispielhaft dafür, "Geschichte aus der Sicht von Bürgern zu erzählen".

Und was für eine Geschichte: Jahrelang hatten Günter Wetzel (Foto) und Peter Strelzyk an den Fluchtplänen gearbeitet, zwei Fluchtversuche waren gescheitert – als es endlich losging, fuhr man bei minus acht Grad mit vier Kindern im Korb in einer Flughöhe von über 2.000 Metern über die Grenze. 20 Kilometer fuhr der Ballon, zwölf davon über dem Gebiet der DDR. Unter dem Titel "Night crossing" wurde die Geschichte der Familien verfilmt. Auch Dokumentarfilme gibt es.

Normalerweise ist der Ballon im Museum der Stadt Naila zu sehen, dort hat man entschieden, den Ballon zu verleihen. Und so wird die 1.300 Quadratmeter Textilfläche "fachmännisch gereinigt, geprüft und aufbereitet", so die Auskunft. Die Textilbahnen werden dann gefaltet und in eine extra angefertigte Vitrine eingebracht.

Unklar aber ist indes, wann das Museum am Donaumarkt nun wirklich eröffnen kann. Nachdem am Samstag oder Sonntag, 8. oder 9. Juli, offenbar jemand Feuer auf der Baustelle gelegt hat, ist weiter nicht bekannt, wie hoch der Schaden genau zu beziffern ist. Das Bayerische Landeskriminalamt hat zwischenzeitig für Hinweise, die zur Aufklärung des Brandes führen, 1.000 Euro Belohnung ausgelobt. Wer also Personen oder Fahrzeugen im Zeitraum von Samstagnachmittag, 8. Juli, bis Sonntagmorgen, 9. Juli, im Umfeld des Donaumarktes in Regensburg gesehen hat, die eventuell mit dem Brand zusammenhängen könnte, wird gebeten, sich bei der Kriminalpolizeiinspektion Regensburg unter der Telefonnummer 0941/ 506-2888 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden. Jede Beobachtung könnte der Schlüssel zur Aufklärung sein!


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