04.07.2017, 09:11 Uhr

Schule Schulprojekt im Freien: Jeder, der heute draußen sitzt und nicht vorm PC, ist ein Gewinn!

"Ich freue mich am meisten auf die gemeinsame Arbeit mit den Kindern", erklärt Christian Schmid noch vor dem Projekttag. Foto: privat (Foto:Schmid)"Ich freue mich am meisten auf die gemeinsame Arbeit mit den Kindern", erklärt Christian Schmid noch vor dem Projekttag. Foto: privat (Foto:Schmid)

Begeisterte Kinder, die aufgeregt ihr neues Wissen erzählen und sich über den Erlebnistag freuen, den sie gemeinsam mit ihren Klassenkameraden am vergangenen Freitag verbracht haben – das ist das Ergebnis eines gelungenen Projekttages am Regen.

REGEN Schüler, Eltern, Lehrer und auch Initiator Christian Schmid schwärmen noch im Nachhinein von den bleibenden Eindrücken und wollen den Erlebnistag so bald wie möglich wiederholen. Da ist zum Beispiel Luise: "Mir hat am besten gefallen, dass wir selbst den See und den Fluss erkunden durften!", fasst sie den Tag zusammen. Oder Katarina, sie meint: "Ich fand alles schön und am allerschönsten war, dass wir unten am Fluss Muscheln und Steine suchen durften!" Von den Muscheln ist auch Leopold begeistert.

Normalerweise sitzt Initiator Christian Schmid als IT-Koordinator vor dem PC, kommuniziert und plant Lösungen für das Rechenzentrum von Conti. "Die bestmögliche Technik zur Verfügung zu stellen", beschreibt er seine tagtägliche Arbeit. Doch es gibt noch etwas anderes, das ihn seit kindheitstagen begleitet und fasziniert: Die Leidenschaft für den Lebensraum Fluss, die Tiere, die darin Leben und die Rolle des Menschen, der in diesen Lebensraum eingreift. Jetzt hat er sich zum Ziel gemacht, diese Leidenschaft weiterzugeben. Und das nicht nur an seine beiden Söhne, sondern an ganze Schulklassen, die er im Rahmen des Schulunterrichts zum Thema See und Fluss begleitet. Im Lehrplan der dritten und vierten Klassen ist das Thema Wasser und sein Lebensraum vorgesehen. Die Lehrer haben im Vorab mit der jeweiligen Klasse im Unterricht ein Heft durchgearbeitet. Darin enthalten sind viele Aufkleber und Bilder zum Thema. Der Landesfischereiverband Bayern e. V. stellt die Hefte zur Verfügung.

Am vergangenen Freitag war es dann endlich soweit: Die erlernte Theorie wurde zur Realität – kleine Fischchen, Krebse, Wasserkäfer, ja sogar Blutegel würden gefangen und von den vielen, eifrigen Kinderhänden unter die Lupe genommen. Zwei Schulklassen der Irlbacher Grundschule trafen sich in Zeitlarn und wurden dann in zwei Gruppen eingeteilt - die eine Gruppe blieb vorerst beim Badeplatz, die andere ging ans Wehr. Später wurde getauscht.

"Ich freue mich am meisten auf die gemeinsame Arbeit mit den Kindern", erklärt Christian Schmid noch vor dem Projekttag. "Wichtig ist, bereits im Kindesalter ein Bewusstsein für Tiere und Lebewesen zu entwickeln. Nur so kann man sichergehen, dass jeder geangelte Fisch eine sinnvolle Verwertung findet. Es ist wichtig, dass die Kinder sehen, wo ihr Essen herkommt und sie einen Bezug dazu herstellen." Denn die Wochen und Tage vorher hatten Christian Schmid und die anderen Jungendleiter Andreas Hartmann, Michael Schedl und Sebastian Bilz alle Hände voll zu tun. Vorbereitung, die zwar in vielen Punkten, aber eben nicht in allen Punkten hervorragend aufging: "Ich habe sogar Steine mit kleinen Löchern, in die dann Wasserkäfer reingehen, etwa vor zwei Wochen versenkt. Und die hab ich natürlich beschriftet, damit sie nicht von Badegästen mitgenommen werden!", erklärt Schmid noch vor dem Projekttag voller Vorfreude. Doch vergangenen Freitag musste er feststellen, dass die löchrigen und beschrifteten Steine unauffindbar blieben. Grund? "Vor zwei Wochen war Niedrigwasser und die Kinder durften natürlich nur bis zu den Knien reingehn!" Zu sehen und zu erforschen gab es trotz der unauffindbaren Steine genug.

Christian Schmid erinnert sich noch gut daran, wie er selbst als Jungendlicher die Fischtreppe am Wehr mit angelegt hat. "Damals haben wir bei einem bayerischen Umweltwettbewerb sogar mehrere Preise gewonnen!" Das war für ihn damals Grund genug weiter zu machen und später auch selbst Jugendward zu werden. "Jetzt mache ich Jungendward schon zum zweiten Mal!", erklärt er. Denn diese Gruppe war zwischenzeitlich einmal sogar "total eingeschlafen", wie er berichtet. Das findet Schmid sehr schade und hat daher gemeinsam mit weiteren Jugendleitern beschlossen, die Gruppe wieder ins Leben zurück zu holen. In seiner Freizeit ist Christian Schmid sehr engagiert den Aufbau der Jungendgruppe Fischerfreunde Zeitlarn weiter voranzubringen. Zehn Jungs und ein Mädchen sind inzwischen voller Tatendrang dabei. "Früher einmal hatte die Gruppe sogar 64 Mitglieder!", schwärmt Schmid voller Hoffnung, bald wieder annähernd eine so große Gruppe für den Lebensraum Fluss und See begeistern zu können. "Das tolle an der Jugendgruppe ist der Zusammenhalt: Wenn einer einen Fisch an der Angel hat, dann helfen einfach alle mit." Für Christian Schmid gilt: "Jeder, der draußen sitzt und nicht vorm PC, ist ein Gewinn!"

Und nicht nur die vielen Flussbewohner aller Größen kamen bei den zwei Schulklassen gut an. Max' Fazit: "Mir hat alles gefallen und das Bratwurschtessen war am allerbesten!" Denn vom Verein wurden Bratwürste und Getränke für die hungrigen Nachwuchsforscher gespendet. Das Projekt wurde so zum ersten Mal umgesetzt und war gleich ein voller Erfolg. Denn zum Fischerfest am Wochenende kamen einige Kinder mit ihren Eltern gleich am nächsten Tag wieder nach Zeitlarn an den Regen zurück. "Die Resonanz war der Wahnsinn!", schwärmt Christian Schmid. "Eine Premiere voller Erfolg!"


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