04.05.2017, 15:21 Uhr

Aktion mit Herz Der Eisbär von Karolina wurde von Bienen gestochen – in der Teddyklinik wird ihm geholfen

Foto: Verena Bengler (Foto:Schmid)Foto: Verena Bengler (Foto:Schmid)

In der Teddyklinik werden seit zwölf Jahren kranke und verletzte Kuscheltiere behandelt. Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter soll so die Angst vor dem Arztbesuch genommen werden.

REGENSBURG Dem Eisbären der sechsjährigen Karolina aus Regensburg geht es nicht gut. „Er wollte Honig essen und wurde von Bienen gestochen“, erklärt die Sechsjährige mit ernster Miene. Und das gleich zehn Mal! Krank ist auch der braune Bär der ebenfalls sechsjährigen Alwina. „Er hat Bauchweh, weil er Schokolade gegessen hat. Und die verträgt er nicht“, erzählt Alwina besorgt. Gut, dass die beiden Patienten einen Termin in der Teddyklinik bekommen haben.

Die Teddyklinik, die bereits seit zwölf Jahren einmal jährlich in Regensburg stattfindet, hat ihre Zelte in diesem Jahr wieder auf dem Gelände der KUNO Klinik St. Hedwig aufgeschlagen. Von Donnerstag, 4. Mai, bis Samstag, 6. Mai, können Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter ihre kranken oder verletzten Kuscheltiere zu den sogenannten Teddy-Docs bringen und behandeln lassen. Organisiert wird die Teddyklinik von Studenten. Unter den Teddy-Docs befinden sich zum Beispiel 15 Studierende der Zahnmedizin, eine Studentin der Molekularmedizin und 32 Studierende der Pharmazie. „Die Studierenden aus allen Semestern zeigen ein wahnsinnig großes Engagement“, zeigt sich Schirmherr Prof. Hugo Segerer, Chefarzt an der KUNO Klinik St. Hedwig, begeistert.

Und das ist auch gut so, schließlich verfolgen die Verantwortlichen mit der Teddyklinik auch ein Ziel. Durch die Teddyklinik sollen die Kinder spielerisch an die Themen Krankenhaus, Ärzte und Krankheit herangeführt werden. Dazu müssen die Kinder vor Ort entsprechende Stationen durchlaufen.

Wie in einem richtigen Krankenhaus müssen die Kinder die Patienten zuerst am Empfang anmelden. Dort wird der Name notiert und das Kuscheltier wird gewogen und vermessen. Die nächste Station ist das Wartezimmer. Ein Arzt holt die Kinder mit ihren Patienten schließlich einzeln ab und geht mit ihnen in die Behandlungsräume. Dort werden die flauschigen Patienten untersucht. Wunden werden genäht und Brüche geschient. Für manche Patienten geht es auch weiter in das Operationszelt. Dort gibt es sogar nachgebaute Röntgengeräte. In der Teddy-Apotheke werden den Kuscheltieren und ihren Besitzern schließlich noch Medikamente in Form von Süßigkeiten und Obst verabreicht. Spätestens dann sind alle wieder gesund und munter.

Viele Meerestiere landen in der Teddyklinik

Es sind aber nicht nur Bären, die ihren Weg in die Teddyklinik finden. „Oft kommen auch Meerestiere wie Fische oder Delfine zu uns. Auch eine Schlange und einen Elch hatten wir schon“, schmunzelt Jakob Breyer, der Leiter des Organisationsteams.

Die ersten beiden Tage der Teddyklinik sind wie bereits in den vergangenen Jahren für Kindergartengruppen reserviert. Am Samstag, 6. Mai, findet dann von 9 bis 15 Uhr der Familientag statt. Dazu sind alle Familien mit Kindern im entsprechenden Alter herzlich eingeladen. Während die Kinder sich um ihre kleinen Patienten kümmern oder am Kinderschminken teilnehmen, können sich die Eltern in Ruhe eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen gönnen. Eine besondere Attraktion sind die Klinikclowns, die um 11 Uhr der Teddyklinik einen Besuch abstatten.

Eine tolle Erfahrung ist es nicht nur für die Kinder. Auch den Teddy-Docs macht die Aktion Spaß. „Ich arbeite immer schon sehr gerne mit Kindern zusammen. Da ist das eine schöne Gelegenheit“, erzählt Jakob Breyer. Und so kam es schon hin und wieder vor, dass Teddy-Docs später tatsächlich als Ärzte in der Klinik St. Hedwig gelandet sind.

Den Patienten von Alwina und Karolina wünscht das Wochenblatt weiterhin gute Besserung!


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