22.04.2017, 13:13 Uhr

Meinung Krude Demo: Wenn in der Regensburger Altstadt ein Massenmörder gefeiert wird

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Ja sind wir denn alle noch ganz knusper? Und was Bitteschön muss unsere Polizei hier schützen? Eine Demo von Kommunisten zog am Samstag durch die Regensburger Innenstadt.

REGENSBURG Es ist wirklich unfassbar: für eine der größten Verbrechen der Menschheit jenseits des unfassbaren Nazi-Gräuels demonstrierten am Samstag ein paar versprengte Handelns in der Regensburger Innenstadt. Nun könnte man sagen: wen juckt es, wenn geschätzt 30 fragwürdige Gestalten, verkleidet in Arbeiterkluft wie im 19. Jahrhundert, durch die Stadt ziehen?

Eigentlich niemand - müssten nicht Beamte der Polizei den grotesken Zug begleiten! Und der Rest der Regensburger dafür Einschränkungen hinnehmen muss?

Beispiel Busverkehr: Wer Samstagmittag vom Arnulfsplatz, dem Verkehrsknotenpunkt in der Altstadt, mit dem Bus fahren wollte, staunte nicht schlecht. Wegen der Demo musste der Busverkehr umgeleitet werden!

Natürlich: Es gibt in einer Demokratie kaum ein höheres Gut als die Meinungsfreiheit. Meinungen sind frei. Gott sei Dank! Aber zu Recht gibt es immer wieder Gegendemonstrationen, wenn Neonazis versuchen, die widerliche Nazi-Propaganda zu rechtfertigen. Eine Geschichtsklitterung darf es auch und gerade in diesen Tagen nicht geben – Millionen von Menschen wurden unter der Nazi-Herrschaft im größten Genozid der Menschheitsgeschichte umgebracht, der Zweite Weltkrieg war Ergebnis der Nazi-Ideologie.

Aber ist es legitim, mit einem Plakat von Wladimir Iljitsch Lenin durch die Regensburger Altstadt zu laufen und die Oktober-Revolution in Russland zu glorifizieren? Auch der Kommunismus hat Millionen von Menschen das Leben gekostet. Im Namen Lenins hat sein Nachfolger Stalin die Völker geknechtet, politische Gegner hingerichtet und Feinde seiner Ideologie verfolgt. Ist die Oktober-Revolution in Russland hundert Jahre danach wirklich ein Grund, durch die Regensburger Innenstadt zu ziehen?

Welche kruden Thesen bei der Demo vertreten wurden, belegen auch Flugblätter. Im Impressum steht beispielsweise der Revolutionäre Freundschaftsbund annektierte DDR! Aber auch eine Jugendbewegung der SPD, also einer Volkspartei, nämlich die Falken Niederbayern-Oberpfalz unterstützten die Demo – ein Schlag ins Gesicht für all jene, die im Kommunismus Menschen verloren haben oder für die Hinterbliebenen der Maueropfer, die an der deutsch-deutschen Grenze hingerichtet wurden.

Die Teilnehmer an dieser Demo jedenfalls sollten kein Fall für die Polizisten sein, die am Wochenende Dienst schieben müssen, um den kruden Zug durch die Regensburger Altstadt zu begleiten, der für die Verstaatlichung der Betriebe skandierte. Die Teilnehmer sind ein Fall für den Verfassungsschutz!


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