27.04.2017, 11:48 Uhr

Eine Leserin berichtet: Mein Mann – der mit dem Piepser, der die Welt rettet

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Eine Hommage einer Ehefrau an ihren (Feuerwehr-) Mann

TRIFTERN Gibt es was Schöneres als nachts um halb drei durch ein lautes Piepsen geweckt zu werden? Durch einen penetrant unschönen Ton, der in Dolby Surround durchs ganze Haus hallt? Und nein – ich rede nicht von einem Wecker; da wüsste man ja im Vorfeld, dass man aus dem Schlaf gerissen wird. Ich rede von einem kleinen schwarzen Ding, das nur heldenhafte (und natürlich vor allem männliche) Wesen besitzen. Ein unberechenbares Kästchen namens Piepser….

Mein Mann besitzt davon sogar zwei. Nicht weil er besonders heldenhaft ist und einen für jedes Stockwerk des Hauses hat. Nein – einen für die Feuerwehr und einen für das BRK. Mein Mann kann nämlich beides – er kann Wasser planschen und Luft in Menschen pusten

Aber zurück zum aus dem Schlaf gerissen werden: Der liebste Ehemann hüpft wie von der Tarantel gestochen aus dem Bett und springt mit Vollgas in seine vor dem Bett zurecht gelegte Fluchtklamotte. Was eine Fluchtklamotte ist? Das sind eine Hose, ein Shirt und ein paar Socken, die direkt neben dem Bett gelagert werden.

Muss auch sein – er wäre nicht der Erste, der ohne Hosen oder ohne Socken oder einfach ohne (fast) alles los stürmt… Alles schon vorgekommen. Jedenfalls wird dann aus dem Haus gerannt. In einer Geschwindigkeit, die sonst nur vorkommt, wenns beim Nachbarn Freibier und das aktuelle Bayern-Spiel gleichzeitig gibt.

Zurück bleibt in unserem Fall ein Hund, der wach ist und bemerkt hat, dass Herrchen weg ist. Also muss er Position beziehen und aufpassen. Bis Herrchen zurückkommt selbstverständlich. Zeitgleich ist durch das Gepiepse das Baby aufgewacht. Das lässt sich mit Glück mit dem Diddi wieder beruhigen.

Der Teenager schaut ebenfalls völlig verpennt aus dem Zimmer, um zu fragen, ob das der Piepser war! Und natürlich – ich. Also die Ehefrau, die das „Chaos“ des flüchtenden Mannes wieder in Ordnung bringt. Und die dann komplett wach ist. Wer wäre das auch nicht?!

Also wieder ins Bettchen kuscheln und auf den lieben Gemahl warten. Im Idealfall noch ein bisschen über den Funk lauschen, erfahren, warum er überhaupt los musste und dadurch abschätzen können, wann er wieder kommt.

Letztendlich bleibt es völlig egal, was es ist und warum. Sobald sich das kleine Piepserchen meldet, befindet sich mein Mann auf der Flucht von zuhause. Ob es nun mitten in der Nacht, während des Essens oder einfach nur kurz vor dem Familienausflug ist. Und soll ich euch was sagen? Ich liebe meinen Mann dafür.

Auch wenn man (Frau) im ersten Moment manchmal etwas genervt ist…vor allem, wenn man im Nachhinein erfährt, dass es wiedermal ein völlig überzogener und sinnfreier Anruf war: Piepser-Ehefrauen finden ihre Männer toll – wenn sie heldenhaft nur mal kurz die Welt retten. Oder zumindest ihren Teil dazu beitragen.


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