10.01.2013, 15:02 Uhr

„Innstadt-Denkmalfrevler" Zerstörtes Römer-Erbe: Passauer Bürgermeister fordert Mega-Bußgeld

Das Innstadt-Bauprojekt, bei dem der Bauherr unter vorsätzlicher Missachtung der Auflagen römisches Stadterbe zerstörte, sorgt weiter für Wirbel. Jetzt fordert Bürgermeister Urban Mangold ein „möglichst hohes Bußgeld für die Innstadt-Denkmalfrevler".

PASSAU „Innstadt-Residenz – Lifestyle im bayerischen Venedig", preist die Werbetafel vor der Baustelle den künftigen Gebäudekomplex an (hier geht es zur Webseite). Die PaWo hatte in der aktuellen Printausgabe exklusiv enthüllt, dass trotz strenger Auflagen die Stadt Passau vom Baubeginn auf dem historischen Areal nicht unterrichtet wurde, die Aushubarbeiten ohne Begleitung durch die Stadtarchäologie durchgeführt und somit ein bedeutender Teil des römischen Erbes der Stadt zerstört wurde (hier geht es zum Beitrag). Die Stadt kündigte an, ein Bußgeld im fünfstelligen Eurobereich zu verhängen.

Bürgermeister Urban Mangold reicht das allerdings nicht: „Dass der Investor der neuen Studentenwohnanlage an der Kapuzinerstraße archäologische Auflagen vorsätzlich missachtet und historisches Erbe aus der Römerzeit zerstört, ist ein unerträglicher Vorgang. Das darf nicht bloß mit einem kleineren fünfstelligen Bußgeld geahndet werden", so Mangold in einer Presserklärung. „Für gewissenlose Denkmalfrevler wäre das ein Schenkelklopfer. Man weiß ja, dass manche Unternehmen, Mini-Bußgelder schon in ihre Kalkulation einplanen und die Genehmigungsbehörden bewusst an der Nase herumführen."

Die ÖDP-Fraktion um Mangold setzt sich jetzt dafür ein, dass das Bußgeld „so maximal wie möglich“ verhängt wird. Passaus zweiter Bürgermeister: „Diese Mehreinnahmen würde ich dann auch gerne zusätzlich zweckgebunden für die Denkmalpflege in der Stadt ausgeben. Zum Beispiel könnte man damit den Förderverein Heilig-Geist-Kirche bei der Sanierung und Wiederzusammenfügung der wertvollen Kirchenfenster unterstützen."


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