17.07.2018, 18:10 Uhr

Im Landkreis Mühldorf Mehr Lehrstellen als Bewerber

(Foto: Foto: 123rf.com )(Foto: Foto: 123rf.com )

Obermeier-Osl: „Schulabgängern stehen noch viele Türen offen.“ Bereits zwei Monate vor Beginn des Ausbildungsjahres ist nach Angaben der IHK für München und Oberbayern absehbar, dass es im Landkreis Mühldorf wieder unbesetzte Lehrstellen geben wird.

MÜHLDORF Derzeit sind insgesamt 320 unbesetzte Lehrstellen verzeichnet, ihnen stehen 268 unversorgte Schulabgänger gegenüber, wie aus der Statistik der Arbeitsagentur zu Ende Juni hervorgeht. Damit gibt es eine Lücke von derzeit über 50 Bewerbern.

„Die Betriebe stehen vor einem Dilemma. Um dem steigenden Fachkräftemangel entgegen-zuwirken, bieten viele Unternehmen eine große Zahl an Ausbildungsplätzen an. Die Auftrags-bücher sind dank der starken Konjunktur sehr gut gefüllt. Gleichzeitig wird es aber von Jahr zu Jahr schwieriger, die geeigneten Bewerber für die Lehrstellen zu finden“, erklärt Ingrid Ober-meier-Osl, IHK-Vizepräsidentin und Vorsitzende des Regionalausschusses Altötting-Mühldorf. Aufgrund der guten Konjunktur gibt es ein ausgesprochen großes Angebot an Lehrstellen quer durch alle Branchen. „Wer bisher in der Bewerbung keinen Erfolg hatte, dem stehen im End-spurt der Betriebe um die Azubis noch viele Türen offen“, so die Unternehmerin aus Schwindegg weiter.

Viele Betriebe würden auch Schulabgängern mit weniger guten Zeugnissen eine Chance ge-ben und bieten beispielsweise ausbildungsbegleitende Nachhilfe an. Ingrid Obermeier-Osl ermutigt Schüler und Eltern, sich langfristig über die Karrierechancen einer Berufsausbildung zu informieren, und Praktikumsangebote der Betriebe zu nutzen. Gleichzeitig appelliert sie an die Bildungspolitiker, energischer für die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung einzutreten. „Gerade bei Infrastruktur und Ausstattung braucht es in den Berufsschu-len mehr Investitionen als bisher. Gleichzeitig hinkt Bayern bei neuen Ausbildungsformaten wie dem dualen Studium hinterher. Hier muss die Landespolitik endlich umdenken“, so die IHK-Vizepräsidentin.

Die Arbeitsagenturzahlen beziehen sich auf alle Bereiche der beruflichen Bildung. Mit aktuell über 1.160 Azubis im Landkreis gibt es die meisten besetzten Lehrstellen in den IHK-Berufen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen. Diese drei Bereiche stehen für mehr als 60 Pro-zent aller Ausbildungsverhältnisse, es folgen Handwerk und freie Berufe.


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