16.11.2016, 15:35 Uhr

Warum immer Waldkraiburg?! Brandbrief von Bürgermeister Robert Pötzsch zum Thema Flüchtlinge

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Laut Medienberichten sind zwei Rädelsführer aus Garmisch-Partenkirchen nach Waldkraiburg verlegt worden

WALDKRAIBURG Sehr geehrter Herr Staatsminister, sehr geehrte Frau Sozialministerin, sehr geehrte Frau Regierungsvizepräsidentin, sehr geehrter Herr Polizeipräsident, 

mit Unverständnis habe ich gestern Meldungen auf diversen Internetportalen (merkur.de/ innsalzach24.de) und heute Morgen im Oberbayerischen Volksblatt gelesen, in dem berichtet wird, dass „zwei Rädelsführer aus Garmisch-Partenkirchen nach Waldkraiburg verlegt wurden“! Seit ich heute im Büro bin, melden sich bei mir verunsicherte Bürgerinnen und Bürger. Auch mir ist es ein Rätsel, warum wieder die Stadt Waldkraiburg, der Retter der Nation sein muss. Wir waren in der Vergangenheit bereit, eng mit Ihnen zusammen zu arbeiten und sind Ihnen bei der Bewältigung der Flüchtlingswelle sehr weit entgegengekommen! Nachdem der Flüchtlingsstrom in den vergangenen Monaten erheblich abgerissen ist, konnten wir in Waldkraiburg keinen spürbaren Rückgang verzeichnen. Die Belegungszahlen aller Flüchtlingsunterkünfte bleiben gleichmäßig hoch und die Probleme, gerade im Umfeld unserer großen Asyleinrichtungen wie der Dependance (373 Personen) und der Gemeinschaftsunterkunft (133 Personen) reißen nicht ab. Wir haben es bis heute Dank der enormen Anstrengungen der Sicherheitskräfte, des unermüdlichen Einsatzes des Arbeitskreises Asyl mit vielen ehrenamtlichen Waldkraiburger Bürgern geschafft, die Situation und Stimmung in unserer Stadt überwiegend wohlwollend zu gestalten, damit eine vernünftige Integrationsarbeit möglich ist. Die aktuelle Berichterstattung in der Presse zerschlägt sämtliche, in den letzten Monaten geleistete Integrationsarbeit aller Beteiligten! Gerade in der schwierigen Phase der Flüchtlingswelle war Waldkraiburg bereit, Sie zu unterstützen und uns wurde eine Zusammenarbeit sowie Unterstützung von Ihrer Seite mehrfach zugesagt! Leider muss ich feststellen, dass wir von dieser engen Zusammenarbeit sehr weit entfernt sind! Ich erwarte, dass die Belegungszahlen unserer großen Flüchtlingseinrichtungen deutlich sinken und die bekannten Probleme, die es im Umfeld dieser Einrichtungen gibt, endlich angepackt werden. Diese Entwicklung bedauere ich sehr, weshalb dieses Schreiben, aus meiner Sicht, unvermeidbar war.

Mit freundlichen Grüßen

Robert Pötzsch Erster Bürgermeister


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