09.10.2013, 14:38 Uhr

Erich Süßl: "Muss neuer Sendeturm 8 Meter neben Kleinfeld stehen?" 36-m-Funkmast bringt Auloher Fußballchef in Rage

Erich Süßl, Vorsitzender des TSV Auloh, kritisiert den Standort eines neuen Mobilfunkturms direkt neben den Fußballplätzen, wo täglich viele Kinder kicken. Foto: Tobias GrießerErich Süßl, Vorsitzender des TSV Auloh, kritisiert den Standort eines neuen Mobilfunkturms direkt neben den Fußballplätzen, wo täglich viele Kinder kicken. Foto: Tobias Grießer

Am Mobilfunk scheiden sich ganz klar die Geister: Immer mehr Erwachsene und auch Jugendliche können nicht mehr ohne ihr Handy auskommen, doch bei einem Funkmast direkt vor der Haustüre ist den meisten auch nicht mehr wohl. Die Telekom plant nun einen 36 Meter hohen Gittermast mit Sendeantennen im Landshuter Stadtteil Auloh, „schließlich ist dort die Handyversorgung immer noch relativ schlecht“, so Harald Hohn, Rechtsdirektor der Stadt Landshut.

LANDSHUT Allerdings bringt dieser geplante Funkturm Erich Süßl, Vorsitzender des TSV Auloh, regelrecht auf die Palme. „Ich verstehe nicht, warum ausgerechnet so nah an den Kleinspielfeldern gebaut werden muss.“ Denn der Abstand zwischen Sendemast und Auslinie beträgt gerade einmal acht Meter. „Dort tummeln sich jeden Tag zwischen 25 und 50 Kinder beim Trainieren und Spielen“, so Süßl weiter. „Gibt‘s da keinen besseren Standort?“

Er denkt dabei an den hohen Gitterturm auf dem Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes, der vom Auloher Sportplatz gut zu sehen ist. Süßl zum Wochenblatt: „Kann man dort keine zusätzlichen Handyantennen dranhängen?“ Hohn winkt aber ab: „Für diesen Mast hat die Stadt keine Zugriffsrechte, weil dieser für den Behördenfunk genutzt wird.“ Es dürften dort keine Mobilfunkantennen installiert werden.

Der Standort östlich der Fußballplätze des TSV Auloh sei vom „Runden Tisch Mobilfunk“ erörtert und genehmigt worden. Neben Oberbürgermeister Hans Rampf seien dort alle Stadtratsfraktionen vertreten und man habe sich einstimmig auf diesen Standplatz geeinigt. Hohn zum Wochenblatt: „Die Immissionswerte liegen an dieser Stelle zwischen zwei und vier Prozent der Grenzwerte und sind folglich unproblematisch.“

Man habe bei der Untersuchung auch die Abstände zur Wohnbebauung und zum Kindergarten berücksichtigt. Hohn: „Wir versuchen natürlich, überall in der Stadt die Grenzwerte so niedrig wie möglich zu halten.“ Anhand des „Runden Tisches Mobilfunk“ habe man eine Möglichkeit, aktiv an der Überplanung der Stadt durch Mobilfunk-Einrichtungen mitzuwirken. „Gäbe es den Runden Tisch nicht, hätten wir keinen Einfluss, da Handymasten erst ab einer bestimmten Höhe genehmigungsfähig sind.“

Erich Süßl hat beim Gedanken an den künftigen, 36 Meter hohen „Nachbarn“ – samt Technikgebäude – sogar regelrecht Bauchschmerzen. „Wer weiß, wie sich die Handystrahlung vor allem auf die kleinen Kinder auswirkt?“

Auch für die weitere Planung des Vereins sei der Funkturm ziemlich problematisch. Süßl zum Wochenblatt: „Uns wurde von der Stadt vor einiger Zeit mitgeteilt, dass wir uns einzig nach Osten hin vergrößern können. Nun steht dort aber bald ein Handymast im Weg. Bedeutet das, dass wir uns gar nicht mehr ausbreiten dürfen?“


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