20.02.2020, 10:07 Uhr

Verkauf an Investor Wie geht‘s weiter mit Real?

Noch prangt das Logo von Real auf dem Gebäude in Ergolding-Piflas. Wie es mit dem Standort weitergeht, das ist derzeit noch unklar.Noch prangt das Logo von Real auf dem Gebäude in Ergolding-Piflas. Wie es mit dem Standort weitergeht, das ist derzeit noch unklar.

Die Warenhauskette Real wurde an einen Investor verkauft. Wie es mit dem Markt in Landshut weiter geht, ist noch unklar. Rund 130 Beschäftigte stehen vor einer ungewissen Zukunft.

Landshut. Der Handelskonzern Metro hat den Verkauf der Supermarktkette Real an den Investor SCP verkündet. Eine entsprechende Vereinbarung wurde nach Unternehmensangaben am Dienstag unterzeichnet. Demnach wird SCP mit Sitz in Luxemburg künftig alleiniger Eigentümer der 276 Real-Standorte, des Digitalgeschäfts mit dem Online-Marktplatz real.de sowie von 80 Immobilien und aller zu Real gehörenden Gesellschaften. Wie es mit der Filiale in Landshut und sechs weiteren in Niederbayern weitergeht, ist derweil unklar.

Auf Anfrage erklärte eine Sprecherin des Metro-Konzerns, dass der Verkauf jetzt erst noch kartellrechtlich genehmigt werden muss. „Zu einzelnen Standorten können wir uns jetzt noch nicht äußern.“ SCP wollte auf Anfrage keine Stellungnahme abgeben. In Niederbayern gibt es sieben Real-Märkte mit insgesamt rund 700 Mitarbeitern.

Laut einer Pressemitteilung geht es ihnen, es arbeiten rund 130 Angestellte in dem Markt, so, wie derzeit allen rund 34.000 Real-Beschäftigten. Sie werden „mit ihren gültigen Verträgen zu den bisherigen Konditionen übernommen“, erklärten Metro und SCP am Dienstagabend in Düsseldorf.

Künftig soll SCP für die Steuerung aller Geschäftsbereiche von Real verantwortlich sein und gemeinsam mit ihrem strategischen Partner X+Bricks das Immobilienportfolio betreuen. Metro gab an, dass der Konzern durch die Transaktion einen Netto-Mittelzufluss in Höhe von rund 0,3 Milliarden Euro erwartet.

Metro hatte ursprünglich mit dem Investor Redos einen möglichen Verkauf von Real ausgelotet. Im Dezember kündigte der Konzern dann aber an, stattdessen mit einem Konsortium rund um den Immobilieninvestor X+Bricks zu verhandeln. Die künftigen Eigentümer wollen nur einen kleinen Teil der Real-Märkte selbst weiter betreiben. Der Großteil der Standorte soll an andere Händler wie Edeka oder Kaufland weiterverkauft werden. Einigen Standorten droht auch die Schließung.

Das sorgt natürlich für Verunsicherung an den einzelnen Standorten. Vor allem, nachdem im Januar der Metro-Gesamtbetriebsrat gewarnt hatte, dass durch die Übernahme 10.000 Arbeitsplätze in Gefahr seien und eine Schließung von rund 50 Märkten erwartet werde. Metro-Chef Olaf Koch bezeichnete diese Zahl wenig später als seiner Einschätzung nach „zu hoch“.

Am Dienstagabend erklärten die Unternehmen nun, dass der Großteil der heutigen Real-Märkte, vorbehaltlich der Entscheidungen der zuständigen Aufsichtsbehörden, an andere Einzelhandelsunternehmen veräußert oder „teilweise in kleinere Flächen für unterschiedliche Nutzungen aufgeteilt“ werden solle. Weiterhin sei geplant, einen Kern von Real-Märkten weiterzubetreiben, der 50 Filialen umfasst und für 24 Monate unter der Marke Real geführt werde.

„Nur wenn weder ein Weiterbetrieb noch eine Fortführung durch ein anderes Einzelhandelsunternehmen eine wirtschaftliche Perspektive eröffnen, ist eine Schließung des jeweiligen Standorts nicht ausgeschlossen“, hieß es. SCP Group geht demnach davon aus, dass die Zahl der zu schließenden Standorte „bei circa 30 liegen wird“.

Der Ergoldinger Bürgermeister Andreas Strauß rechnet nicht damit, dass der Markt in Piflas nach dem Verkauf leer stehen wird. „Die Lage des Marktes ist traumhaft, außerdem gibt es eine hervorragende Infrastruktur mit einem großen Parkhaus vor der Türe. Ich rechne hier nicht mit einem Leerstand“, sagte er. Über die Zukunft des Marktes in Ergolding wisse aber auch er „gar nichts“.


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