20.03.2019, 14:12 Uhr

Krankenhaus in Nöten Landshuter Klinikum droht heuer ein Minus von 10 Millionen Euro

Das Klinikum Landshut geht schwierigen Zeiten entgegen. (Foto:  Tobias Grießer)Das Klinikum Landshut geht schwierigen Zeiten entgegen. (Foto: Tobias Grießer)

Stadtkämmerer Rupert Aigner hat es im Landshuter Haushaltsplenum bereits angedeutet: Der Patient „Klinikum“ wird finanzielle Transfusionen brauchen. Nach Informationen des Wochenblattes wird das Minus für das Jahr 2018 um die sechs Millionen Euro betragen, 2019 soll es sogar noch höher ausfallen. Im Raum steht eine Summe von zehn Millionen Euro, die der neue Geschäftsführer, Dr. Philipp Ostwald, auf Anfrage bestätigte. Unterdessen hat der neue Mann an der Spitze bereits mit ersten Umstrukturierungen begonnen, um dem Patienten auf die Beine zu helfen. Es geht um die Intensivstationen. Rückendeckung gibt es von Oberbürgermeister Alexander Putz.

LANDSHUT Seit einigen Tagen schon machen Gerüchte die Runde, wonach eine der beiden Intensivstationen geschlossen werden sollen. Die Aufregung war deshalb groß innerhalb des Hauses. Laut Aussage von Dr. Ostwald ist an diesem Gerücht nicht viel dran. Richtig sei aber, so Ostwald, dass man eine Umstrukturierung in diesem Bereich plane bzw. dazu gezwungen sei.

Hintergrund ist demnach der Pflegenotstand. Soll heißen: Es gibt nicht genügend Personal auf dem Markt, um langfristig den gesetzlich geforderten Personalschlüssel für einen unveränderten Weiterbetrieb einhalten zu können. Hält ein Krankenhaus die Vorgaben nicht ein, drohen empfindliche Strafen. „Der Markt ist leer gefegt“, so Ostwald.

Um die Kräfte zu bündeln, gibt es deshalb jetzt Überlegungen, die Beatmungsplätze in einer Station und die Beobachtungsplätze (Intermediate Care) in der anderen Station zusammenzufassen. „Wir organisieren uns besser. Es ist aber noch nichts beschlossen“, betont Ostwald. Das Thema müsse erst noch im Aufsichtsrat besprochen werden. In einer Rundmail wurden die Mitarbeiter des Hauses bereits darüber informiert, die Umstrukturierung soll im Dialog mit ihnen passieren.

Bescheid weiß natürlich auch Oberbürgermeister Alexander Putz, der auch die Millionen-Defizite für 2018 und 2019 bestätigte. „Deshalb haben wir ja einen Wechsel in der Geschäftsführung, weil der wirtschaftliche Weg des Hauses nicht unverändert so weitergehen kann“, so der Oberbürgermeister. Er sei erfreut darüber, dass der neue Geschäftsführer bereits nach so kurzer Zeit Vorschläge gemacht habe, die jetzt noch im Aufsichtsrat diskutiert werden müssten. Putz: „Die Vorschläge von Dr. Ostwald hören sich sehr vernünftig an.“

Oberbürgermeister Dr. Alexander Putz (li.) und Dr. Philipp Ostwald. (Foto: Stadt Landshut)

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