28.11.2018, 10:39 Uhr

Eskalation auf der Teenie-Party „Kiffen auf dem Klo und Prügel“

Die Mittelstufenparty in der Alten Kaserne in Landshut gibt es seit 15 Jahren. (Foto: Schmid)Die Mittelstufenparty in der Alten Kaserne in Landshut gibt es seit 15 Jahren. (Foto: Schmid)

„Kiffen auf der Mädchentoilette, blutige Schlägerei um 22 Uhr. Die Party ist wohl etwas aus dem Ruder gelaufen.“ Einen Tag nach der Mittelstufenparty von vier Gymnasien in der Alten Kaserne in Landshut, am Dienstag, 20. November, machten schaurige Geschichten via Whats-App die Runde.

LANDSHUT Tatsächlich hatten einige der minderjährigen Gäste das Motto der Party „Stay High“ wohl zu wörtlich genommen, wie der Leiter der Kommunalen Jugendarbeit, Matthias Nowack, auf Anfrage bestätigte. Für das Veranstalterteam war die Party mit 500 Gästen trotzdem „ein voller Erfolg“.

Die Partys werden seit 15 Jahren von den Schülermitverwaltungen unter Federführung des Jugendkulturzentrums Alte Kaserne für die 8. bis 10. Klassen veranstaltet. Dieses Mal für die Schülerinnen und Schüler des Hans-Leinberger-Gymnasiums, des Hans-Carossa-Gymnasiums, des Gymnasiums Seligenthal und des Maristengymnasiums Furth. Sie gelten bei den Eltern der Teenager als harmloses Vergnügen. „Die Veranstalter legen größten Wert auf die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen und setzen diese auf dem gesamten Veranstaltungsgelände durch“, heißt es auf der Seite der Stadt Landshut.

Das haben die Verantwortlichen auch dieses Mal rigoros getan. Nur hatten sie ein bisschen mehr Arbeit als sonst. Nach „über 35 Mittelstufenpartys seit 2002“, wie Wieslawa Waberski von der Pressestelle der Stadt erklärt, gab es nämlich dieses Mal einige Zwischenfälle.

Zwar lesen die sich in der Stellungnahme des Rathauses weniger dramatisch als in den Whats-App-Nachrichten der Schüler. Es dürfte aber ausreichen, um chronisch besorgten Helikopter-Eltern den Angstschweiß auf die Stirn zu treiben. „Während der gesamten Veranstaltung kam es zu zwei Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie zu zwei körperlichen Auseinandersetzungen. In allen Fällen wurde sicherheitshalber der Sanitätsdienst hinzugezogen“, erklärt Nowack.

Immerhin: Weder Polizei noch Rettungsdienst mussten gerufen werden. Das zwölfköpfige Aufpasser-Team, zu dem auch Sozialpädagogen der kommunalen Jugendarbeit und drei Sanitäter gehörten, bekam das halbwüchsige Partyvolk selbst in den Griff. „Die Betäubungsmittel-Konsumenten konnten nach einer ersten Inaugenscheinnahme durch den Sanitätsdienst selbstständig das Veranstaltungsgelände verlassen bzw. wurden abgeholt. Im Fall der körperlichen Auseinandersetzungen wurden die Beteiligten von der Veranstaltung ausgeschlossen; darüber hinaus wurden sie über die Möglichkeit einer Anzeige belehrt. In beiden Fällen wurde vor Ort auf eine Anzeige verzichtet“, heißt es förmlich in der Stellungnahme des Leiters der kommunalen Jugendarbeit.

Immerhin: Anders als in den WhatsApp-Nachrichten, die bei den Kids die Runde machten, ist Nowack „von angeblichen Alkoholvergiftungen nichts bekannt. Und um 23 Uhr war dann ja auch schon wieder Schluss mit der Party. Zum Glück.


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