27.09.2018, 10:31 Uhr

Hoher Behandlungsstandard Das Landshuter Klinikum ist jetzt „Onkologisches Zentrum“

Das Team des Onkologischen Zentrums am Klinikum arbeitet Hand in Hand für die Patienten. Geschäftsführer André Naumann (l.) gratulierte herzlich zur erfolgreichen Zertifizierung. (Foto:  Klinikum Landshut)Das Team des Onkologischen Zentrums am Klinikum arbeitet Hand in Hand für die Patienten. Geschäftsführer André Naumann (l.) gratulierte herzlich zur erfolgreichen Zertifizierung. (Foto: Klinikum Landshut)

Die Diagnose Krebs ist ein gravierender Einschnitt im Leben eines jeden Menschen. Umso wichtiger ist es für Patienten und Angehörige, ein Behandlungsteam hinter sich zu wissen, das diese schwierige Zeit bestmöglich begleitet. Für die hohe Behandlungs-Qualität von Krebspatienten wurde das Klinikum Landshut jetzt als „Onkologisches Zentrum“ durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert. Für Patienten mit einer Krebserkrankung ein Meilenstein in der Versorgung.

LANDSHUT Die Möglichkeiten bei der Behandlung und Versorgung von Krebserkrankungen haben in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Einerseits ist das der verbesserten Diagnostik und dem kombinierten Einsatz einzelner Behandlungsverfahren zu verdanken. Andererseits trägt aber auch die vernetzte Zusammenarbeit der Spezialisten zum Therapieerfolg bei. Genau hier setzt das neu zertifizierte Onkologische Zentrum am Klinikum Landshut an. Die hohe Qualität bei der Versorgung und Behandlung von Krebspatienten haben die Fachprüfer der Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) jetzt ausgezeichnet: Seit wenigen Wochen ist das Klinikum Landshut als Onkologisches Zentrum zertifiziert. Das Zertifikat umfasst alle Bereiche von der Prävention über Diagnostik und Therapie bis hin zur Nachsorge. Bayernweit gibt es 21 Onkologische Zentren, im Umkreis von 50 Kilometern ist es das Einzige dieser Art.

Für die Zertifizierung musste das Onkologische Zentrum hohe strukturelle und fachliche Anforderungen erfüllen. Zwei Tage lang waren die Auditoren am Klinikum und haben die einheitlichen Qualitätskriterien der DKG streng überprüft. „Die Fachexperten haben uns eine hohe fachliche Kompetenz und vorbildliche Leistungen bescheinigt“, sagt Chefarzt Prof. Florian Löhe, Sprecher des Onkologischen Zentrums. „Besonders gelobt wurde die langjährige Erfahrung unserer Mitarbeiter.“ Positiv sind außerdem die hohe Expertise aller Fachabteilungen in der Tumortherapie, die interdisziplinäre onkologische Tagesklinik und das große Engagement der onkologischen Fachpflege aufgefallen. Die wissenschaftlichen Studienaktivitäten, die ambulante und stationäre Palliativversorgung sowie die Expertise der Apotheke mit einem High-Tech-Labor stachen den Auditoren ebenfalls positiv ins Auge. „Mit der Zertifizierung haben wir einen Meilenstein in der Versorgung von Krebspatienten erlangt“, so Interims-Geschäftsführer André Naumann. „Die Vorbereitungen waren äußert aufwendig. Mein Dank und meine Anerkennung gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die zu diesem Erfolg beigetragen haben.“

Doch was zeichnet das neue Onkologische Zentrum eigentlich aus? „Alle diagnostischen und therapeutischen Fachabteilungen sind hier unter einem Dach strukturell vereint“, erklärt Prof. Löhe. Das bedeutet: Das Fachwissen der Ärzte aus unterschiedlichen Bereichen kommt gebündelt für die Patienten zum Einsatz. Ob stationär oder ambulant: Die Behandlung orientiert sich zuallererst an Therapie-Wirksamkeit, Lebensqualität und Menschenwürde. „Jede Krebserkrankung, jeder Tumor verhält sich anders. Unser Ziel ist es, jedem Patienten das bestmögliche, auf ihn zugeschnittene Therapiekonzept anbieten zu können“, so Chefärztin Barbara Kempf, die stellvertretende Sprecherin. Ein Herzstück des Onkologischen Zentrums stellen die interdisziplinären Tumorkonferenzen dar. Dabei beraten Experten unterschiedlicher medizinischer Fachrichtungen über die beste Lösung für jeden einzelnen Patienten. Grundlage dieser Fallkonferenzen sind aktuelle Studienergebnisse und Leitlinien. Dadurch wird gewährleistet, dass jede Krebsbehandlung in optimaler Abstimmung und unter Berücksichtigung aller Therapiemöglichkeiten erfolgt.

Insgesamt sind unter dem Dach des Onkologischen Zentrums Kliniken, Institute und Partner fachübergreifend organisiert. Diese arbeiten Hand in Hand, um ein gesamtheitliches Versorgungsnetzwerk anbieten zu können. „Jeder Patient mit einer Krebserkrankung, der im Klinikum Landshut betreut und behandelt wird, ist automatisch auch Patient des Onkologischen Zentrums“, erklären die beiden Sprecher. Am Klinikum Landshut ist eine ganze Reihe von Fachabteilungen für die Versorgung von Krebspatienten verantwortlich. So sind die konservativen und operativen Fachabteilungen (Allgemeine Innere Medizin und Gastroenterologie, Frauenheilkunde, Urologie, Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Radioonkologie und Strahlentherapie sowie Hämatologie und internistische Onkologie) fest in das Onkologische Zentrum eingebunden. Auch die diagnostischen Abteilungen wie Radiologie, Nuklearmedizin, Pathologie, Labormedizin und Klinikums-Apotheke sind ein wichtiger Teil in der Versorgung. Enge Kooperation und Partnerschaften bestehen zur gesamten medizinischen Versorgungskette (Hausärzte, Fachärzte, Krankenhäuser, psychosoziale Versorgung, Selbsthilfeorganisationen und Hospize). Darüber hinaus erhalten die Patienten das Angebot einer begleitenden psychoonkologischen, sozial- und palliativmedizinischen sowie einer pflegerischen Fachberatung. Auch ergänzende Schmerz- und Physiotherapie sowie Ernährungsberatung stehen zur Verfügung.

Patienten mit Darm-, Brust- oder Prostatakrebs werden unter dem Dach des Onkologischen Zentrums weiterhin in speziellen Organkrebszentren betreut. Diese sind ebenfalls schon seit über zehn Jahren von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert und bildeten die Basis für das Onkologische Zentrum. Wie auch bei diesen Organzentren wird jetzt auch die Versorgungsqualität im gesamten Onkologischen Zentrum am Klinikum Landshut jährlich von externen Auditoren überprüft.


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