29.05.2018, 14:27 Uhr

Von München nach Landshut Andreas Wimmer (57) ist neuer Landgerichtspräsident

Der neue Landgerichtspräsident Andreas Wimmer. (Foto: ws)Der neue Landgerichtspräsident Andreas Wimmer. (Foto: ws)

Das Landgericht Landshut hat einen neuen Präsidenten: Andreas Wimmer (57), der zuletzt als Leitender Oberstaatsanwalt und ständiger Vertreter des Generalstaatsanwalts bei der Generalstaatsanwaltschaft München tätig war. Er tritt die Nachfolge von Heinz-Peter Mair an, der nach knapp fünf Jahren an der Spitze der Landshuter Justizbehörde ins Justizministerium berufen wurde. Auf den Neuen warten große Projekte.

LANDSHUT Wimmer, verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Söhnen, stammt aus Fürstenfeldbruck, wo er auch das Gymnasium besuchte, ehe er von 1981 bis 1986 sein Jurastudium an der Ludwig-Maximilian-Universität in München und der Université de Lausanne (Schweiz) absolvierte. Nach dem 1. und 2. juristischen Staatsexamen war er unter anderem bei der Staatsanwaltschaft München I, als Richter am Landgericht München I und als Referatsleiter im bayerischen Justizministerium (Ministerbüro und Haushaltsabteilung) tätig, ehe er 2005 als Richter zum Oberlandesgericht (Senat für Betreuungssachen) berufen wurde.

2006 kehrte er zurück ans bayerische Justizministerium, übernahm dort das Referat für Strafprozessrecht, ehe er dann 2011 als Leitender Oberstaatsanwalt bei der Generalstaatsanwaltschaft an die „Front“ zurückkehrte. Dort war er Abteilungsleiter für Revisionen und Wirtschaftsstrafsachen, ab 2013 zugleich ständiger Vertreter des Generalstaatsanwalts bis er Mitte Mai zum Landgerichtspräsidenten bestellt wurde. Seine offizielle Amtseinführung findet am 9. Juli im Rathausprunksaal statt, gleichzeitig mit der Verabschiedung des bisherigen Präsidenten Heinz-Peter Mair, der ins Jusitzministerium gewechselt ist.

Für sein neues Amt scheint der 57-Jährige geradezu prädestiniert zu sein; denn, so berichtete er in einem Pressegespräch, in den letzten sechseinhalb Jahren sei einer der Schwerpunkte seiner Tätigkeit neben dem Strafrecht, insbesondere Wirtschaftsstrafsachen von besonderen Dimensionen, vor allem aber auch Verwaltungsaufgaben gewesen. So etwa der Umzug seiner Behörde und die Neueinrichtung der Zentralstelle für Terrorismus und Extremismus.

In Landshut, so Wimmer, erwarteten ihn mittelfristig einige Projekte, „die viel Kraft kosten werden.“ So etwa die Sanierung des Sitzungssaalgebäudes: „Ich rechne damit, dass dafür in absehbarer Zeit die Mittel bereitgestellt werden und die Sanierung noch Ende 2019 in Angriff genommen werden kann.“ Während der Bauarbeiten werde man sich mit einer Containerlösung anfreunden müssen, außerdem würden im Gebäude der Staatsanwaltschaft, wo bereits jetzt zwei Sitzungssäle belegt seien, weitere eingerichtet.

Ein weiteres Projekt, das bereits laufe, sei die „Elektronische Akte“ in Zivilsachen. „Der Probebetrieb läuft schon, aber der hat gezeigt, dass noch viel Feintuning notwendig ist, vor allem, weil die E-Akte auch auf die zweite Instanz, also die Berufungen, ausgedehnt werden soll“, so Wimmer. Im Probebetrieb hätten sich Probleme beispielsweise mit dem elektronischen Anwaltspostfach aufgetan. Die werde man damit beheben, dass die Anwälte ihre Schriftsätze auch künftig auf Papier einreichten und sie dann vor Ort eingescannt würden. „Das macht allerdings mehr Arbeit als ein paar Mouseclicks.“

Schwerpunkt werde auch die Rechtskunde für Flüchtlinge mit dem Ziel, die Integration zu fördern. Im Landgerichtsbezirk hätten inzwischen seit dem Start 2015 bereits 119 Veranstaltungen, auf denen 29 Richter und Rechtspfleger Vorträge hielten, stattgefunden. „Das ist eine Erfolgsgeschichte, die wir weiterführen wollen“, so der Präsident. Weitere Kurse seien geplant, wenngleich wegen der rückläufigen Flüchtlingszahlen „der größte Berg abgearbeitet ist.“

Er persönlich, so der 57-Jährige abschließend, sei aktuell dabei, seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort und in den fünf Amtsgerichtsbezirken kennenzulernen: „155 beim Landgericht und insgesamt über 500 im Dienstaufsichtsbezirk.“ Natürlich habe er auch schon Gelegenheit gehabt, sich in Landshut umzuschauen: „Die Stadt gefällt mir sehr gut.“


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