03.09.2015, 16:58 Uhr

Flüchtlinge aus Ungarn-Zug kommen am Freitag an Notlager im Zelt bleibt voraussichtlich bis Wintereinbruch

Foto: SobolewskiFoto: Sobolewski

Das Bierzelt als Notunterkunft auf der Landshuter Grieserwiese ist nur eine Übergangslösung. Bis zum Wintereinbruch soll es abgebaut werden. Das erklärte am Donnerstagnachmittag Regierungspräsident Heinz Grunwald nach einem Gipfeltreffen in der Staatskanzlei. Die Unterbringung der Flüchtlinge gleiche derzeit einer "Jonglage".

LANDSHUT Grunwald sagte nach der Sitzung mit Ministerpräsident Horst Seehofer sowie Vertretern von Behörden und Wohlfahrtsverbänden, dass die Flüchtlinge aus den Ungarn-Zügen voraussichtlich morgen in Landshut ankommen würden. "Das Zelt brauchen wir jetzt. Bis zum Winter wird es weg sein."

Der Regierungspräsident lobte seine Mitarbeiter, die derzeit bis an die Belastungsgrenze gehen würden, um die Situation zu bewältigen. "Die arbeiten sieben Tage in der Woche bis zu zwölf Stunden am Tag. Manche muss ich zwangsweise in Urlaub schicken, weil sie sonst zusammenklappen." Die Unterbringung der Flüchtlinge in Niederbayern gleiche derzeit einer Jonglage. "Man muss aufpassen, dass man keinen Ball fallen lässt. Aber wir haben die Situation im Griff."

Mit Sorge sehen die Verantwortlichen in der Politik, dass es in Teilen der Bevölkerung einen Rechtsruck zu geben scheint. "Diese Sorge teilt auch der Ministerpräsident", so Grunwald. Deshalb habe Horst Seehofer die Behörden aufgerufen, so transparent wie möglich zu agieren. Ein Problem in der Debatte scheinen derzeit auch zunehmend die sozialen Medien zu werden. "Die richtigen Medien gehen sehr sachlich mit dem Thema um", so Grunwald. Problematischer seien dagegen Netzwerke wie Facebook. Dort werde mit Beiträgen Stimmung gemacht, oft mit falschen Informationen, um das Gefühl zu erzeugen, dass der Staat den Bürgern "etwas verschweige".

Tatsächlich häufen sich auch beim Wochenblatt die Anrufe mit Mitteilungen, wonach Frauen bei den Unterkünften in Landshut beinahe vergewaltigt worden wären oder gar "neun von zehn Waschmaschinen" aus der Asylbewerberunterkunft in der Niedermayerstraße verschwunden seien. Alle diese Informationen aus vermeintlich sicheren Quellen haben sich letztendlich als unwahr herausgestellt.

Derweil bereitet man sich im Vorholzer-Festzelt auf der Grieserwiese auf die Ankunft der Flüchtlinge vor. Feldbetten wurden mittlerweile aufgestellt.


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