27.03.2020, 18:35 Uhr

Massive Verkehrseinbrüche Der Flughafen liegt wegen Corona völlig brach

Flughafenchef Jost Lammers prognostiziert mittelfristig wieder steigenden Mobilitätsbedarf. F.: FMG/arFlughafenchef Jost Lammers prognostiziert mittelfristig wieder steigenden Mobilitätsbedarf. F.: FMG/ar

Die FMG setzt auf strikte Kosten- und Ausgabenbegrenzung

Flughafen. Aufgrund der Reisebeschränkungen und des drastisch reduzierten Flugangebots wegen Corona verzeichnet der Flughafen München massive Verkehrsrückgänge. So ist die Anzahl der Starts und Landungen im März kontinuierlich zurückgegangen und erreicht in der laufenden Woche nicht einmal zehn Prozent des Vorjahresniveaus, das Passagieraufkommen liegt gar bei nur rund fünf Prozent. Aufgrund der extremen Einbrüche haben die Flughafen München GmbH und ihre Tochtergesellschaften bereits vor Wochen begonnen, weitreichende Schritte zur Liquiditätssicherung zu ergreifen. Konzernweit werden Personal- und Sachkosten strikt begrenzt. Investitionen am Parkzentrum West, die neue Konzernzentrale oder das neue Budget Hotel wurden zurückgestellt.

Jost Lammers, Vorsitzender der Geschäftsführung der FMG: „Wir erleben eine in dieser Größenordnung nie dagewesene Krise des weltweiten Luftverkehrs, ein Ende ist nicht absehbar. Oberste Priorität hat die Gesundheit der Passagiere und Beschäftigten. Weiter geht es vorrangig darum, den enormen wirtschaftlichen Schaden zu begrenzen, indem alle nötigen Maßnahmen zum Erhalt der wirtschaftlichen Stabilität ergriffen werden.“

Als Teil der kritischen Infrastruktur wird der Airport den Betrieb aufrechterhalten, so dass Rückkehrer heimkommen und wichtige Frachtgüter schnell transportiert werden. Über 100 Flugzeuge, die aktuell nicht zum Einsatz kommen, sind am Airport geparkt. Nicht benötigte Infrastruktur im Terminal 1 sowie das Satellitengebäude am Terminal 2 wurden vorübergehend aus dem Betrieb genommen. „Unser Ziel 2020 ist, wirtschaftliche und finanzielle Grundlagen auf die aktuelle Lage und eine längere Durststrecke auszurichten. Dabei kommt uns die positive wirtschaftliche Entwicklung zugute, die der Münchner Airport in den letzten Jahren, besonders auch 2019 zeigte“, erklärte Lammers. Wann man auf den Wachstumspfad zurückkehrt, kann nicht seriös prognostiziert werden. Langfristig zeigt sich der Flughafenchef aber zuversichtlich und verweist auf gesammelte Erfahrungen mit früheren Krisen. „Die Auswirkungen der Corona-Krise sind massiver als die Folgen der Anschläge vom 11. September 2001 oder der weltweiten Finanzkrise von 2008. So wird es möglicherweise deutlich länger dauern, bis man auf dem früheren Niveau ist,auch strukturelle Veränderungen im Luftverkehr sind nicht auszuschließen. Dass der globale Mobilitätsbedarf mittelfristig steigen und der Luftverkehr wieder zunehmen wird, steht für mich aber außer Frage“, erklärte Lammers.