18.12.2019, 09:01 Uhr

Wieder Budgetkürzungen Radiologie im Zentrum Erding muss Nuklearmedizin schließen

(Foto: Radiologie im Zentrum Erding)(Foto: Radiologie im Zentrum Erding)

Leidtragende sind die Patienten, die nun weite Wege in Kauf nehmen müssen.

ERDING Erschüttert haben die Patienten der Radiologie im Zentrum Erding auf folgende Nachricht reagiert:

„Liebe Patientinnen und Patienten, aufgrund der seit Jahren bereits chronischen Unterfinanzierung der Nuklearmedizin sehen wir uns nach der letzten weiteren Budgetkürzung leider gezwungen, die Nuklearmedizin zum Jahresende zu schließen.

Weiter sind auch die Samstagssprechstunden betroffen, die ab Ende Januar beendet werden. Weitere Kürzungen kündigen sich bereits an. Wir bedauern diese Schritte sehr, da es für die Betroffenen längere Wege und Wartezeiten bedeutet, aber ganz offensichtlich will die Politik genau das damit erreichen. Oder sie setzt darauf, dass die Ärzte aus Pflichtgefühl und Nächstenliebe umsonst arbeiten oder sogar noch Geld hineinstecken. Beides ist nicht akzeptabel. Eine weitere Verschärfung ist im kommenden Jahr zu erwarten, falls die KVB den Entwurf der neu berechneten Vergütung für Kassenpatienten so umsetzt, wie geplant. Die ‚sprechende Medizin‘ soll gefördert werden, einseitig und ausschließlich zu Lasten der ‚technischen Leistungen‘,damit am Ende nicht mehr ausgegeben wird. ALLE werden das dann mit noch längeren Wartezeiten zu spüren bekommen, was zwangsläufig eine korrekte Diagnose und zielgerichtete Therapie verzögern wird.“

Dr. med. Thomas Görg gegenüber dem Wochenblatt: „Wir waren sehr überrascht, dass uns rückwirkend Leistungen gestrichen wurden. Wir haben zuletzt immer mehr Geld in diese Abteilung gesteckt, vor allem, nachdem schon Ebersberg diese Dienste eingestellt hat. Das Defizit wurde aber immer größer, sodass wir jetzt die Reißleine ziehen mussten. Leider wird sicher auch das Umland folgen. Wir versuchen jetzt, die Patienten nach Landshut zu vermitteln. Es tut uns sehr leid, aber wir können das fünfstellige Defizit nicht aus Nächstenliebe tragen.“ Und auf die Frage, wie man weiteren Kürzungen entgegentreten kann, antwortete der Arzt: „Die Patienten müssen sich artikulieren, sonst wird wieder nichts passieren. Wir können unsere Leistungen leider nur an die gegebenen Rahmenbedingungen anpassen.“


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