29.09.2018, 10:55 Uhr

Gegenmaßnahmen erfolgreich eingeleitet Achtung: Krätze-Ausbruch im Landkreis!

Wenn es juckt: Besser gleich zum Arzt...! (Foto: alohaflaminggo/123RF)Wenn es juckt: Besser gleich zum Arzt...! (Foto: alohaflaminggo/123RF)

Doch: Nicht alles, was juckt, ist wirklich die Krätze

LANDKREIS Im Pflegeheim Aloysium in Hohenpolding ist es Ende der Woche zu einem Ausbruch von Krätze („Skabies“) gekommen. Die Erkrankung wurde bei sechs Bewohnern und sieben Mitarbeitern sicher diagnostiziert, weitere Verdachtsfälle werden geprüft. Insgesamt leben im Pflegeheim 50 Bewohner, die von 47 Mitarbeitern betreut werden. Im Aloysium sind die erforderlichen Behandlungsschritte für die Patienten, Mitarbeiter und Kontaktpersonen bereits erfolgt. Dies ist dem guten Zusammenwirken der Verantwortlichen im Seniorenzentrum und der niedergelassenen Ärzte mit der Abteilung Gesundheitswesen am Landratsamt zu verdanken. Weiterhin erfolgen in den nächsten Tagen engmaschige Kontrollen, um den Behandlungserfolg überprüfen und die weitere Ausbreitung der Parasiten eindämmen zu können.

Auch in der Kindertagesstätte „Spatzennest“ in Taufkirchen/Vils, in zwei Asylunterkünften in Taufkirchen/Vils und im Pflegeheim „Villa Moosen“ in Taufkirchen/Vils waren Fälle gemeldet worden. Für den Fall in der „Villa Moosen“ konnte zwischenzeitlich Entwarnung als Fehlalarm gegeben werden. Im „Spatzennest“ wurde letztlich nur ein einziger Fall definitiv diagnostiziert, der bereits medizinisch versorgt wurde. Alle anderen Kinder in der Einrichtung zeigten keinerlei Auffälligkeiten.

Die Behandlung der Erkrankten durch die niedergelassenen Ärzte wird durch die Abteilung Gesundheitswesen am Landratsamt Erding begleitet, um eine weitere Ansteckungsgefahr zu unterbinden. Systematisch wird auch das Umfeld der betroffenen Personen untersucht, um ggf. weitere Ansteckungsfälle aufzudecken.

Alle Personen, die in den letzten beiden Wochen Kontakt mit diesen Einrichtungen hatten, werden gebeten, auf folgende Krankheitsanzeichen zu achten: Brennen der Haut und Juckreiz, der bei Bettwärme besonders stark ausgeprägt ist. Der Juckreiz kann sich sogar auf Hautregionen ausbreiten, die nicht direkt von Skabiesmilben betroffen sind. Befallen sind vor allem Zwischenräume von Fingern und Fußzehen, Handgelenke, Knöchel, Achseln, Ellenbogen, Brustwarzen und Genitalien. Bei Säuglingen und Kleinkindern können aber auch der behaarte Kopf, das Gesicht sowie Hand- und Fußflächen betroffen sein. Die Haut reagiert nach einiger Zeit mit stecknadelgroßen Bläschen, geröteten erhabenen Knötchen oder Pusteln. Zusätzlich können sich infolge des durch Juckreiz erfolgten Kratzens verletzte Hautstellen eitrig entzünden.

Bei Auftreten einer dieser Krankheitsanzeichen und im Zweifelsfall wird empfohlen, einen Arzt aufzusuchen.