22.01.2015, 10:12 Uhr

Pläne des Gemeinderats Schloss Ottenhofen soll abgerissen werden

Schloss Ottenhofen Foto: knSchloss Ottenhofen Foto: kn

Das Schloss in Ottenhofen soll abgerissen werden. Zumindest hatte der Gemeinderat von Ottenhofen das Thema am Dienstag mit dieser Zielrichtung auf der Tagesordnung. Hier soll das realisiert werden, was der Gemeinderat eine „neue Ortsmitte“ nennt.

OTTENHOFEN Bürgermeisterin Nicole Schley setzt damit sofort eins der Ergebnisse der gehabten Klausurtagung des Gemeinderats um. Dabei hatte sich das Gremium auf einen Abrissantrag verständigt. Der Schlossplatz selbst ist derzeit eine schlecht nutzbare Wiese, die Straßen drum herum in einem eher mäßigen Zustand, und das Schloss selbst ist praktisch nicht mehr als solches zu erkennen.

Einzig das Türmchen auf dem Dach vom neuen Schlossteil erinnert daran, dass das mal etwas Besseres gewesen sein könnte. Viele Umbauten in der Vergangenheit haben zudem den Charakter des Gebäudes verändert, das zudem zur Hälfte bereits leer steht und alles andere als ein Schmuckstück darstellt. Die Freien Wähler fassen die Lage in ihrer Homepage so zusammen: „Von der alten Pracht des Schlosses steht heute nur noch eine untergeordnete Bausubstanz.“ Das ist noch vorsichtig ausgedrückt. Das Schloss ist wohl das einzige Gebäude in Ottenhofen, das man durch das simple Lösen von einigen Schrauben teilweise zum Einsturz bringen könnte.

Das Stützgerüst an einer der Giebelseiten im Osten, das schon seit 2005 genau diesen Einsturz wohl verhindern soll, spricht eine deutliche Sprache. Der Diskussionsbedarf ist gewaltig und wird die Gemeinde mit Sicherheit noch eine Weile beschäftigen. Die Bürgermeisterin nennt hier nur einige Stichpunkte für eine weitere Nutzung: Unterbringung Flohkiste und der derzeitigen Mieter, Zweigstelle der Verwaltungsgemeinschaft, Arztpraxis, Saal für Sitzungen und Veranstaltungen. Wichtig ist Rat und Bürgermeisterin, dass der Schlossplatz selbst in seinem Charakter erhalten bleibt. Vorstellbar wäre hier bestenfalls eine „geringfügige weitere Bebauung.“ Es gibt bereits einen alten Plan des Architekturbüros Rieger für einen Dorfplatz und eine neue Ortsmitte. Dieser Entwurf allerdings sieht einen Erhalt des Schlosses vor, sogar mit Museums-und Vereinsräumen im Dachgeschoss des alten Schlossteils. Im Vergleich zu einem Kupferstich aus dem Jahr 1720 ist das, was heute noch vom Schloss steht, ohnehin nur ein geradezu kümmerlicher Rest.


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