27.12.2018, 09:45 Uhr

Silvesterknallerei Die Horrornacht für Tiere

Was geht denn hier ab? Die Knallerei bringt vor allem Hunde völlig aus dem Konzept. (Foto: Tasso)Was geht denn hier ab? Die Knallerei bringt vor allem Hunde völlig aus dem Konzept. (Foto: Tasso)

Zum Jahreswechsel laufen mehr Tiere weg als an jedem anderen Tag.

DINGOLFING-LANDAU Der Himmel steht in Flammen. Von links ein Knall, ein lautes Jaulen in der Luft, grelle Lichter, zischende und leuchtende Objekte, die sich über die Straße bewegen. Wieder ein Knall, dieses Mal von rechts. Es scheppert und rumst aus verschiedenen Richtungen. Lichter, Geräusche und Gerüche, was ist hier nur los? Und wohin flüchten?

Wenn an Silvester die Menschen freudig und laut das neue Jahr begrüßen, durchleben viele Tiere den größten Horror. Sowohl Haus- als auch Wildtiere leiden am letzten Tag des Jahres. Bei der Tierschutzorganisation Tasso e. V., die Europas größtes Haustierregister betreibt, laufen rund um den Jahreswechsel die Telefonleitungen heiß, weil Hunde und Katzen entlaufen. Allein am letzten Tag des Jahres 2017 und am ersten Tag in 2018 sind 375 Tiere bei Tasso als vermisst gemeldet worden.

Dazu kommen 283 Tiere, die gefunden worden sind, noch bevor eine Vermisstenmeldung eingegangen war. Auffällig ist vor allem die Zahl der entlaufenen Hunde. Sind das am Tag sonst etwa 100 Fälle, wurden an den beiden letzten Tagen des Jahreswechsels mindestens 500 Hunde von ihren Familien getrennt. „Hunde entlaufen vor allem, weil sie sich vor dem Silvesterfeuerwerk erschrecken“, weiß Tasso-Leiter Philip McCreight. „Daher warnen wir Tierhalter immer davor, ihre Hunde in den letzten Tagen des Jahres noch frei laufen zu lassen. Vor allem bei ängstlichen Tieren ist jetzt sogar eine doppelte Sicherung vonnöten.“ Die Mitarbeiter der Tasso-Notrufzentrale sind auch in der gefährlichsten Nacht des Jahres für Tierhalter da.

Bereits einige Tage vor Silvester, meist sobald das Silvesterfeuerwerk im Handel verkauft werden darf, entlaufen viele Vierbeiner. Und auch einige Tage nach Neujahr passiert es noch, dass sie von verspätet gezündeten Knallern erschreckt werden. Freigängerkatzen trauen sich zudem oft nicht nach Hause oder haben sich verlaufen, weil sie aus Angst vor dem lauten Knallen von ihren üblichen Wegen abgewichen sind. Daher sollten die Tiere – auch Wohnungskatzen – unbedingt registriert sein, damit sie im Ernstfall eine höhere Chance haben, bald wieder nach Hause zurückgebracht werden zu können. Die Registrierung kann auch kurzfristig noch über die Tasso-Homepage unter www.Tasso.net/online-registrierung vorgenommen werden.

Für die Tage rund um den Jahreswechsel rät Tasso Tierhaltern:

Freigängerkatzen im Haus lassen. Den Hund bei jedem noch so kleinen Spaziergang gut absichern. Am Silvestertag rechtzeitig mit dem Hund die letzte Gassirunde drehen, bevor überall ausgelassen geknallt wird. Rückzugsmöglichkeiten in der Wohnung einrichten. Die Knallerei durch heruntergelassene Rollos und mithilfe des laufenden Fernsehers oder Radios aussperren. Beim Tier sein, wenn es Angst hat.

Außerdem sollte man natürlich selbst an Silvester auf das Zünden von Raketen und Böllern verzichten und so mit gutem Beispiel vorangehen.(iw)


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