24.10.2018, 13:52 Uhr

Deutschland-Premiere in Dingolfing So schafft Fahrlehrer Gillig den toten Winkel ab


Für mehr Sicherheit: Dingolfinger Fahrlehrer rüstet seinen Lkw mit elektronischem Abbiegeassistenten aus

Dingolfing-Landau. Meldungen über schwere Verkehrsunfälle, verursacht durch den sogenannten „Toten Winkel“, sind in Deutschland zur traurigen Normalität geworden. Besonders beim Abbiegen können Lastwagen durch das eingeschränkte Sichtfeld der Fahrer schnell zur tödlichen Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer werden. Häufig werden Radler zu Opfern: „Die Zahl der durch abbiegende Lkw getöteten Radfahrenden steigt seit einigen Jahren an – von 28 in 2013 auf 38 in 2017“, meldete kürzlich der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC).

Fahrlehrer Heinz Gillig kennt die Gefahr aus der eigenen Praxis genau. Gillig, Geschäftsführer der gleichnamigen Fahrschule in Dingolfing, hat das Thema „Toter Winkel“ seit Jahren auf der Agenda. Fahrschüler im Bereich Lkw oder Bus werden deshalb auf die Problematik besonders aufmerksam gemacht, zudem ist Gillig seit über 25 Jahren an Schulen der Region präsent, um die jüngsten Teilnehmer im Straßenverkehr zu warnen und entsprechend zu unterweisen.

Zusätzliche Sicherheit, da sind sich viele Experten einig, könnte auch der flächendeckende Einsatz von Abbiegeassistenten gewährleisten, doch ist eine Ausrüstung der Fahrzeuge mit den elektronischen Systemen bislang nicht gesetzlich verpflichtend.

Heinz Gillig leistet jetzt ein Stück Pionierarbeit: Vor Kurzem hat er seinen Fahrschul-Lkw mit einem Abbiegeassistenten ausrüsten lassen. „Es ist das erste Fahrschulfahrzeug Deutschlands, das mit dieser Technik ausgerüstet wurde“, erklärt er.

Und so funktioniert‘s: „Es besteht aus einem 360 Grad-Kamerasystem sowie vier seitlichen Ultraschallsensoren. Sobald der Fahrer vor dem Abbiegen den Blinker betätigt, erscheinen die jeweiligen Bilder auf dem Bildschirm im Cockpit. Zusätzlich wird der Fahrer auch noch optisch mit roten und grünen Balken im Display, sowie akustisch vor der Gefahr gewarnt“, erklärt Gillig. Beim ersten Testeinsatz habe „das System hervorragend funktioniert“, sagt der Fahrlehrer, der die Neuerung im Lkw als „echten Sicherheitsgewinn“, preist. Gillig: „Durch diese Technik gibt es rund um das Fahrzeug keine toten Winkel mehr!“

Der Dingolfinger Fahrschul-Lkw soll nur der Anfang sein. Gillig hofft, dass in der Folge weitere Fahrzeuge mit entsprechender Technik nachgerüstet werden. „Die Fahrlehrer der Fahrschule Gillig hoffen, dass viele Fuhrunternehmer diesem Beispiel folgen, um den Straßenverkehr wieder ein bisschen sicherer zu machen.“ Drastischer formuliert es der ADFC: „Lkw mit schlechter Sicht sind Todesfallen für Radfahrende und gehören verbannt!“


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