10.10.2018, 13:24 Uhr

TV-Comeback Landrat Heinrich Trapp übertrumpfte sogar US-Präsident Trump


Großer Auftritt für Quiz-Legende in der ARD-Show „Ich weiß alles“

DINGOLFING-LANDAU Rund 40 Jahre liegen die großen Fernsehauftritte von Dingolfing-Landaus Landrat Heinrich Trapp zurück. 1977 wurde er als sechsfacher Sieger beim „Der große Preis“ deutschlandweit berühmt. Über vier Jahrzehnte später wollte es der schlaue Niederbayer jetzt noch mal wissen. Trapp wurde im April eingeladen, in Jörg Pilawas Quiz „Ich weiß alles“ Kandidat zu werden (das Wochenblatt berichtete). Laut ARD die „härteste Quizshow Europas“. Der „Quizkönig aus Niederbayern“ nahm die Herausforderung an und am Samstagabend trat der 67-Jährige wieder vor ein TV-Millionenpublikum.

Gleich zu Beginn wartete ein ordentlicher Brocken auf Trapp. Im Wissensgebiet „Tennis – Wimbledon“ musste er gegen die Tennislegende und mehrfache Grand Slam-Turniersiegerin Martina Hingis (38), antreten. Souverän kämpfte sich Trapp durch die Runde, konnte alle drei Fragen richtig beantworten und schlug die Expertin mit 6:5 Punkten.

In der zweiten Runde ging es gegen das Publikum. Und hier leistete sich Heinrich Trapp gleich einen Fehlstart: Auf die Frage, was nicht auf den Kompost gehöre, tippte er Sägemehl. Richtig gewesen wäre Holzkohlenasche. Trost gab es von Ehefrau Marianne, die im Publikum saß: „Mein Mann ist Politiker, der hat keine Zeit für Hausarbeiten.“ Bei der zweiten Frage lag Trapp wieder richtig. Die Arie „Da geh‘ ich zu Maxim“ stammt aus der Operette „Die lustige Witwe“. Leider wusste auch das Publikum mehrheitlich die richtige Antwort. Weshalb die dritte Frage die Entscheidung bringen musste. „Warum erschlug Romulus seinen Bruder Remus?“, wollte Jörg Pilawa wissen. Trapps Tipp: „Weil er über einen frisch gepflügten Acker lief.“ Das Publikum entschied sich für das Überspringen der Stadtmauer (richtige Antwort). 6:2 am Ende für das Publikum – Heinrich Trapp war geschlagen.

Trotz des jähen Endes hat die kurze Rückkehr ins Show-Business Heinrich Trapp sichtlich Spaß gemacht. „Ich komme mit einem sehr guten Gefühl nach Hause“, sagte Landrat Heinrich Trapp nach der TV-Ausstrahlung zum Wochenblatt, „die ganzen schönen Erinnerungen an den ‚Großen Preis‘ sind wieder hochgekommen und im Fernsehstudio waren alle total nett zu mir“. Dass es mit dem Sieg nicht geklappt hat, ist für Trapp kein Beinbruch. „Seit der Ausstrahlung erreichen mich ganz, ganz viele Sympathiebekundungen. Bei einem Termin am Sonntag beim VdK in Mamming wurde ich empfangen, als wäre ich gerade Deutscher Meister geworden.“ Die gewaltige Resonanz freut ihn spürbar: „Am Samstag bin ich auf Wikipedia 4.771 Mal angeklickt worden. – öfter als Donald Trump!“

Nur zwei Sachen wurmen den Quizkönig: „Zum einen hätte ich die letzte Frage richtig beantworten können, aber als Kandidat hatte man nur sieben Sekunden Zeit, um eine Antwort zu geben“, ärgert sich Trapp, „zum anderen kam es im Fernsehen so rüber, als würde ich mich vor der Hausarbeit drücken. Aber da helfe ich schon mit. Beim Abwasch zum Beispiel.“

Seinem Ausscheiden kann Trapp noch etwas Positives abgewinnen: „Da ich die 100.000 Euro nicht gewonnen habe, gibt es auch keine Neider.“ Dafür bleibt die Erkenntnis, dass Holzkohlenasche nichts auf dem Kompost verloren hat. „Aber auch in dieser Frage haben sich schon Experten bei mir gemeldet, die meinten, dass das durchaus möglich sei.“


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