15.03.2016, 10:40 Uhr

Der Zuschuss ändert alles Stadt will Eisstadion wieder zurückkaufen

Foto: Hannes LehnerFoto: Hannes Lehner

Schlau eingefädelt! Noch in diesem Jahr will die Stadt Deggendorf das Eisstadion von Günther Karl zurückkaufen. Durch den Deal mit dem Innernzeller Bauunternehmer hat die Stadt Deggendorf die gesamte Sanierung für rund 6,4 Millionen Euro hingekriegt, statt der ursprünglich veranschlagten 13 Millionen Euro.

DEGGENDORF Ende Februar brach in Deggendorf allgemeiner Jubel aus. Der Grund: ein unerwarteter Geldsegen. Die Stadt erhält fast zwei Millionen Euro für die abschließende Sanierung des Deggendorfer Eisstadions.

Öffentliche Mittel für eine Privatperson?

Während die Kommunalpolitik noch mit Schulterklopfen beschäftigt über den gelungenen Coup war, grübelten kritische Geister bereits, wie das funktionieren soll. Immerhin hat Günther Karl das Eisstadion in Erbpacht übernommen. Erhält nun eine Privatperson staatliche Mittel für die Sanierung seines Gebäudes? Nein! Der Plan ist wesentlich ausgeklügelter.

Bekanntlich wurde Günther Karl das marode und einsturzgefährdete Eisstadion im Juli 2013 in Erbpacht auf 30 Jahre überlassen. Die Stadt, die seitdem Mieter und Betreiber der Sportstätte ist, hätte für die Generalsanierung rund 13 Millionen Euro berappen müssen. Zudem hätte der Eishockey-Spielbetrieb des DSC eingestellt werden müssen.

Karl dagegen konnte den Spielbetrieb aufrecht erhalten. Die Sanierung teilte er in drei Bauabschnitte ein, mit veranschlagten Gesamtkosten von 6,4 Millionen Euro. Schon damals wurde vertraglich festgehalten, dass die Stadt Deggendorf das Eisstadion jederzeit zurückkaufen kann, zum Preis der Baukosten.

Von dieser Option soll nun Gebrauch gemacht werden. Zwei Bauabschnitte hat der Innernzeller mittlerweile abgeschlossen: die Dachsanierung und die Sanierung der Eishalle sowie der Anbau des Kabinentrakts.

Gesamtsanierung für die Hälfte der Kosten

Den dritten Bauabschnitt, die Sanierung und Teilerneuerung des Funktionsgebäudes sowie den Anbau eines neuen Nutzungsbereiches, will nun die Stadt dank des im Februar bewilligten Zuschusses in Angriff nehmen. Das Eisstadion soll dafür von Günther Karl zurückgekauft werden. Im Haushalt 2016 der Stadt Deggendorf sind für den Rückkauf bereits knapp vier Millionen Euro eingestellt worden. „Der dritte Bauabschnitt ist mit 4,37 Millionen Euro veranschlagt“, erklärt Florian Sterr, Leiter der Finanzverwaltung der Stadt Deggendorf. Macht zusammen knapp 8,4 Millionen Euro.

Abzüglich des im Februar gewährten Zuschusses bleiben der Stadt Deggendorf also knapp 6,4 Millionen Euro zu zahlen. „Der Deggendorfer Stadtrat wird voraussichtlich noch im Frühjahr über den Rückkauf entscheiden“, kündigt Sterr an.

Bei einer Zustimmung könnte dann bereits im kommenden Jahr mit der abschließenden Baumaßnahme begonnen werden.

„Was 2013 keiner zu träumen wagte, wird wahr. Jetzt ist der Abschluss der Sanierungsarbeiten möglich und die Deggendorfer bekommen ein neuwertiges Stadion“, freut sich Oberbürgermeister Dr. Christian Moser. Damit würde die seit vielen Jahrzehnten in Deggendorf gelebte Eissporttradition in eine hervorragende Zukunft gehen.


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