20.03.2012, 13:30 Uhr

Bärbel und Ernst Pauler aus Berchtesgaden: Mit dem Wohnmobil durch Nordamerika

„Frei, ungebunden sein – das kann man in Amerika noch erleben”, schwärmt Ernst Pauler und fügt hinzu: „Für uns war das eine wunderschöne Reise.”

BERCHTESGADEN Nach einem aufregenden Berufsleben widmet sich der ehemalige Berchtesgadener Polizeichef Ernst Pauler (73) mit seiner Frau Bärbel (68) den angenehmen Anregungen des Lebens: Die beiden fahren mit dem Wohnmobil in nahe und ferne Länder. Nach Europa und Russland (bis Kasachstan) erfüllte sich das unternehmungslustige Paar im Jahr 2008 einen großen Traum: Ein Jahr lang reiste es mit dem Wohnmobil durch Nordamerika: 56.328 Kilometer von Kanada bis Alaska. 29 Stunden Filmmaterial und 5.000 Fotos brachten sie mit.

Termine des Vortrages: „Auf den Traumstraßen der Welt: Kanada, Alaska, USA, Mexico”. sind in Trostberg, Gewölbe im Postsaal:  Teil 1,  Donnerstag, 12. April,um 19.30 Uhr; Teil 2,  Do. 19.04.2012 um 19.30 Uhr;

Laufen Salzachhalle:     Teil 1   Dienstag, 17. April 2012 um 20 Uhr;  Teil 2  Dienstag, 24. April, um 20 Uhr;

Braun gebrannt, lachend, mit strahlenden Augen: Da sitzt er nun in der Redaktion, Ernst Pauler aus Berchtesgaden, mit seinen 73 Jahren und strahlt eine Lebensfreude aus, wie es nur glückliche und zufriedene Menschen können.

„Uns Berchtesgadenern wird ja nachgesagt, wir seien recht eingenäht. Ein Bekannter sagte einmal zu mir, wenn er 14 Tage von daheim weg ist, geht ihm der Watzmann schon ab. Ich antwortete: Freilich ist der Watzmann einmalig, aber es gibt auf der Welt auch noch andere Berge, die genauso schön und einmalig sind”, erzählt Ernst Pauler schmunzelnd.

Bei all der tiefen Verbundenheit und Liebe zu seiner Heimat Berchtesgaden: Ihn und seine Frau zieht es immer wieder in die Ferne. „Es gibt soviel Schönes auf der Welt, man muss es nur entdecken.” Damit spielt er darauf an, dass dies nicht immer nur die auffallenden, großen Dinge sind. Auch eine schöne Blume am Wegesrand erfreut ihn.

Ein Jahr lang Nordamerika-Urlaub will ausgiebig geplant sein. Genauso lang dauerten laut Ernst Pauler die Vorbereitungen. Allein die Reiseroute arbeiteten die Paulers gründlich aus, um zum Beispiel nicht ausgerechnet bei Schnee über 3.000 Meter hoch gelegene Passstraßen fahren zu müssen, in die Haupt-Hurricanzeit zu kommen, sich zur Moskitozeit an den Seen aufzuhalten oder nicht ausgerechnet zur Regenzeit Mexiko zu durchqueren.

Auch allerhand Papierkram ist mit den Behörden im Vorfeld und auch vor Ort zu erledigen. „Wir hatten das große Glück, dass uns alles aufgegangen ist. Und so sind wir immer der Sonne entgegengefahren”, erzählt Pauler.

Klar ist auch, dass man auf so einer Reise eine große Portion Entspanntheit mitbringen muss und sich nicht von kleineren Zwischenfällen aus der Ruhe bringen lässt. Etwa einer Autopanne auf einem Straßenabschnitt, der entlang von 380 Kilometern nicht besiedelt ist.

„Man sollte sich ein bisserl selbst helfen können, aber man muss auch nie Angst haben, dass man alleine dasteht”, sagt Ernst Pauler. Immer wieder seien er und seine Frau auf hilfsbereite Menschen gestoßen, so auch in diesem Fall, als ein Mann nach der Frage „Can i help you?” die Paulers kurzerhand in die nächsten zwei 140 Kilometer entfernten Städte und wieder zurück fuhr, ohne dafür einen Lohn nehmen zu wollen.

Unter anderem traf das Berchtesgadener Ehepaar mehrmals auch auf deutsche Auswanderer, die es schafften, in dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten durch ihren Fleiß zu Reichtum zu kommen. Darunter auch ein ehemaliger Berchtesgadener. Er besucht die Paulers seither zweimal jährlich zuhause.

Und ein gebürtiger Münchener lud die Paulers spontan in sein „Tegernseer Haus” in den Bergen in Laguna Beach ein, welches an der Hausfront mit dem Bild von St. Bartholomä geschmückt ist.

Und als sie wieder heimkehrten: „Umstellen? Nein, das war kein Problem. Daheim waren wir gleich wieder daheim.”


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