07.07.2014, 09:40 Uhr

Pilze sammeln Die Pilzsaison steht vor der Tür

Foto: BMG e.V.Foto: BMG e.V.

Pilze - die fasznierenden Wesen in Wald und Flur - haben wieder Saison.

Die Pilzpirsch, für viele eine hochgeheime Freizeitbeschäftigung, findet immer mehr Anhänger. Ob Woizerl, Dobernigl (Steinpilz),  Rehgoaß (Pfifferling), oder Zigeuner (Hexenröhrling), für manchen Pilzler auch noch einige Arten mehr,  dafür zieht es die Pilzbesessenen frühmorgens in noch taunasse und nebelverhangene Sommer-und Herbstwälder. Die wohl schönsten Streifzüge auf der Suche nach diesen schmackhaften Waldfrüchten unternimmt der Kenner alleine, oder höchstens noch mit dem Nachwuchs  für das Fichtendickicht! Organisierte Pilzhorden, die in neuester Zeit durch die Wälder streifen, sind ihm ein Gräuel. Die Plätze mit den reichsten Vorkommen werden gehütet wie ein eigener Augapfel und nie verraten. Sollten dennoch Andere diese Orte entdeckt haben, wird die Suchtaktik geändert.

Alle Natur- und Pilzfreunde sollten aber bedenken – neben dem kulinarischen Genuss spielen die Pilze auch noch eine fundamentale Rolle in unserer natürlichen Umwelt. Daher sollten ganz junge und sehr alte Pilze nicht den Weg in den Pilzkorb finden. Dazu sollte auch bedacht werden, dass, wie bei der Entnahme von anderen Naturprodukten für den privaten Gebrauch, die sogenannte Handstraußregelung gilt. Bei Pilzen bedeutet dies in Bayern – maximal zwei Kilogramm pro Person und Tag. In anderen Bundesländern  sogar nur ein Kilogramm. Die oberste Regel aber lautet - um eine Pilzmahlzeit nicht im Krankenhaus enden zu lassen – nur die Pilze sammeln, die auch sicher als essbare Art erkannt werden! Ist sich der Pilzfreund einmal darüber nicht im Klaren, sollte er sich an einen Pilzberater oder einen Pilzsachverständigen wenden. Auskunft darüber erteilen die Landratsämter, ebenso die “Deutsche Gesellschaft für Mykologie e. V.“, www.dgfm-ev.de Sollte es dennoch einmal zu einer Vergiftung kommen, hier der Giftnotruf Bayern:  089-19240

Eine Einschränkung für den Pilzverzehr aber gilt für Schwangere und Kinder. Der Grund -  viele Pilze sind  25 Jahre nach Tschernobyl  in weiten Teilen des Bayerischen Waldes noch hoch mit radioaktivem Cäsium belastet. Daher sollte dieser Personenkreis auf eine Wildpilzmahlzeit verzichten. Wer seine Pilze vor dem Verzehr auf diese Belastung testen möchte, kann sich ebenfalls an die Landratsämter wenden. Weitere  Auskünfte zum Thema Pilze erteilt auch die Bayerische Mykologische Gesellschafte.V. www.pilze-bayern.de Und für den Bayerischen Wald zusätzlich  der Regionalbeauftragte der Gesellschaft -  Heinrich Holzer Email: holzer@pilze-bayern.de


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