Veto vom Aufsichtsrat

Wende im Fall Bobic? - Eintracht will Sportvorstand halten

11.03.2021 | Stand 11.03.2021, 9:18 Uhr

Uwe Anspach/dpa

In der Vorwoche hat Fredi Bobic seinen Abschied von Eintracht Frankfurt im Sommer verkündet. Doch der Aufsichtsrat schiebt den Wechselwünschen des Sportvorstandes erst einmal einen Riegel vor.

Fredi Bobic kann Eintracht Frankfurt im Sommer nur für eine Millionen-Ablöse vorzeitig verlassen.

Der Aufsichtsrat des hessischen Fußball-Bundesligisten will den Sportvorstand nicht kampf- und kostenlos ziehen lassen und verweigerte dem 49-Jährigen am Mittwoch die von ihm gewünschte vorzeitige Vertragsauflösung zum Saisonende. Damit könnte es zu einer Wende der Causa kommen, nachdem Bobic in der Vorwoche bereits seinen Abschied im Sommer verkündet hatte. Spekuliert worden war zuletzt über einen Wechsel zu Hertha BSC.

Das Gremium habe Bobic darauf hingewiesen, «dass sein Vorstandsvertrag ohne jede Kündigungs- oder Ausstiegsmöglichkeit noch bis 30. Juni 2023 läuft», teilte die Eintracht am Abend nach der mit Spannung erwarteten Aufsichtsratssitzung mit. Bobic habe dies bestätigt und erklärt, «dass er sich vertragskonform verhalten und dementsprechend seinen Vertrag einhalten wird».

Allerdings ist ein Wechsel des Ex-Profis, der den Posten seit 2016 bekleidet, nicht endgültig vom Tisch. Der Aufsichtsratsvorsitzende Philip Holzer wurde von dem Gremium einstimmig dazu bevollmächtigt, «Verhandlungen über die Bedingungen einer vorzeitigen Auflösung des Vorstandsvertrages von Fredi Bobic zu führen», wenn es von Seiten eines anderen Vereins Interesse an einer Verpflichtung des Frankfurter Sportvorstandes geben sollte.

Von Hertha BSC? Die Berliner sind nach der Trennung von Manager Michael Preetz auf der Suche, bislang aber noch nicht an den hessischen Ligarivalen herangetreten. Für Bobic wäre es eine berufliche Rückkehr an seinen Wohnort. Seit seiner Zeit als Hertha-Stürmer von 2003 bis 2005 lebt er mit seiner Familie in der Hauptstadt.

In seiner bisherigen Amtszeit bei der Eintracht feierte Bobic große Erfolge. 2018 gewannen die Hessen den DFB-Pokal im Finale gegen den FC Bayern München, 2019 erreichten sie das Halbfinale in der Europa League. Derzeit steht die Mannschaft von Trainer Adi Hütter in der Bundesliga auf Rang vier, der zur erstmaligen Teilnahme an der Champions League berechtigen würde.

Zudem bewies der frühere Stürmer ein gutes Gespür bei der Kaderzusammenstellung. Bobic holte einstmals bezahlbare Spieler und Talente wie Ante Rebic, Sébastien Haller oder Luka Jovic an den Main, mit denen die Eintracht sportlich für Furore sorgte und beim Verkauf insgesamt einen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag erlöste.